Für 100.000 Euro: Brückenersatz ist in Sicht

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Bleibt für den Straßenverkehr gesperrt: Die denkmalgeschützte Bahnbrücke über die stillgelegte Bahnstrecke Treysa-Eschwege. Radfahrer wund Spaziergänger wie hier Georg-Heinz Sandrock aus Malsfeld sollen auch künftig über die Bogenbrücke laufen dürfen.

Malsfeld. Die Gemeinde Malsfeld will den Strauchgraben und die Elfershäuser Straße in Höhe ihres Bauhofs mit einem neuen Straßenstück verbinden und so zugleich Ersatz schaffen für eine marode Brücke. 100.000 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

Für das Vorhaben benötigt die Verwaltung ein Abkommen mit der Deutschen Bahn. Denn das Verbindungsstücke soll die Trasse der stillgelegten Zugstrecke Treysa-Eschwege queren. Das teilte die Verwaltung auf Anfrage mit.

Seit Jahren ringt Malsfeld um eine befriedigende Lösung für die Verkehrssituation am Strauchgraben verbunden mit einer guten Anbindung an den Autobahnzubringer und die neue Fuldatalhalle. Ein Problem dabei ist die marode Brücke über die alte Kanonenbahn: Sie musste für den Verkehr gesperrt werden und steht seither nur noch Fußgängern und Radfahrern offen.

Abriss kommt nicht infrage

Ein Abriss und Neubau kommt aus Sicht der Mehrheitsfraktion im Gemeindeparlament mit Blick auf die zu erwartenden Kosten in Höhe von 765 000 Euro nicht infrage, teilte Fraktionsvorsitzender Heinz Schneider für die SPD mit. Da sich die Deutsche Bahn im Fall eines Brückenneubaus an den Abrisskosten beteiligen müsste, sei ein Kompromiss möglich. Die Brücke könne stehen bleiben und die Bahn im Gegenzug in Höhe des Bauhofs den Bau der Querverbindung über die Trasse gestatten.

Das sei die preisgünstigste Variante, urteilte Schneider und reagierte damit auf die Malsfelder CDU. Die hatte laut Fraktionschef Klaus Rehs einen Sinneswandel bei der SPD registriert, die eine verkehrstechnisch unbefriedigende Situation an der Fuldatalhalle nun durch eine Überführung korrigieren wolle. Wäre man einem Vorschlag der CDU-Fraktion gefolgt, die beizeiten genau diese Verkehrsführung beantragt habe, wäre viel Geld gespart worden, hatte Rehs nach einer Verbandsversammlung der CDU erklärt.

Die SPD wies das als unbegründet zurück. Der Vorwurf wiege angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde schwer, erklärte Schneider. Tatsächlich habe die CDU zwar 2007 den Antrag gestellt, etwa in Höhe des Bauhofs eine Straße über die Kanonenbahntrasse zu bauen. Der Vorstoß sei aber wegen des damit möglicherweise einhergehenden Lkw-Verkehrs und auch auf Wunsch des Ortsbeirats abgelehnt worden.

Finanzielle Risiken

Auch ein Angebot zum Ankauf von Bahnanlagen sei 2009 im Parlament mit den Stimmen der CDU ablehnt worden, weil damit finanzielle Risiken verbunden gewesen wären. Vor diesem Hintergrund habe die Gemeinde dann mit Zustimmung der CDU den Strauchgraben saniert, erklärte Schneider und führte aus: „Da die Straße Strauchgraben in jedem Fall hätte saniert werden müssen, ist kein Szenario denkbar, nach dem ein Eingehen auf den CDU-Vorschlag Geld gespart hätte. Das Gegenteil ist der Fall.

Der Vorwurf des CDU-Fraktionschefs ist deshalb nichts als heiße Luft.“ (lgr)

Quelle: HNA

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