Expertenmeinung: Wasserstelle stammt aus dem Mittelalter

Brunnen vor dem Malerstübchen ist doch ein Denkmal

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Streitpunkt: Geklärt werden musste, ob der Brunnen vor dem Gerhardt-von-Reutern-Haus erhaltenswert ist oder nicht.

Willingshausen. Der Brunnen vor dem Gerhardt-von-Reutern-Haus ist durchaus schützenswert. Zu dieser Erkenntnis kamen gestern Vertreter der Denkmalpflege und der Bauaufsicht des Landkreises im Beisein von Bürgermeister Heinrich Vesper, Planern und Mandatsträgern der Gemeinde Willingshausen.

Das Bauwerk vor dem Malerstübchen war Streitpunkt in der Februar-Sitzung der Willingshäuser Gemeindevertreter gewesen. Das Parlament hatte zwar grünes Licht für die Renovierung des Gerhardt-von-Reutern-Haus gegeben - vorerst allerdings nur unter Vorbehalt. Denn aus Sicht der SPD-Fraktion ist insbesondere die Sanierung es Brunnens, die mit 15.000 Euro veranschlagt ist, vor dem Gebäude strittig gewesen. In einer E-Mail an ein SPD-Fraktionsmitglied hatte die Denkmalschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises auf dessen Anfrage geäußert, dass der Brunnen „selbst ist kein Kulturdenkmal“ sei. Aus denkmalfachlicher Sicht bestünden keine Bedenken, den Brunnenrand bodengleich abzutragen und diesen dann zu überpflastern.

Mit der gestrigen Ortsbegehung kommen nach Angaben von Bürgermeister Vesper die Experten nun zu der Einschätzung, dass insbesondere der Brunnenkern aus dem Mittelalter stamme und somit denkmalgeschützt sei und nicht zugeschüttet werden könne.

Im Herbst hatte das Nein des Willingshäuser Parlament zur Sanierung des Gerhardt-von-Reutern-Hauses für Aufsehen gesorgt. Dieser Beschluss ist seit der Februar-Sitzung aufgehoben. Umbaumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Gebäude sollen insgesamt 200.000 Euro kosten. Nach Abzug von Eigenleistungen und Geld aus dem Förderprogramm Stadtumbau West müsste die Gemeinde noch 60.000 Euro zahlen.

In der Gemeindevertretersitzung am 18. April könnte mit dem Aufheben des Sperrvermerks das Vorhaben nun endgültig beschlossen werden.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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