Landfrauen im Schwalm-Eder-Kreis starteten Vortragsreihe über Früherkennung

Den Brustkrebs im Visier

Selbst ist die Frau: Dr. Bettina Conrad (links) zeigte am Modell, wie man seine eigenen Brust untersucht. Auf dem Foto noch Marlies Dingel von der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Therese Engeland von den Landfrauen und die Vorsitzende des Vereins Niederurff, Elke Rudolph. Foto: Hebeler

Schwalm-Eder. „Du bist kostbar“: So lautet das Motto einer Gemeinschaftsinitiative, die Frauen dazu ermuntern will, ihren Körper wichtig zu nehmen und insbesondere ihre Brust regelmäßig selbst auf Veränderungen hin zu untersuchen.

Die Landfrauen, die hessische Krebsgesellschaft, die Landesärztekammer und das Hessische Sozialministerium haben sich zu diesem Projekt zusammengefunden.

Mit einer vierteiligen Vortragsreihe wandte sich auch der Kreisverband der Landfrauen im Schwalm-Eder-Kreis an die weibliche Bevölkerung. Sie hatten eigens dazu Brustmodelle angeschafft, um das Tastgefühl zu schulen.

„In Hessen müssen sich jährlich etwas 4600 Frauen der Diagnose Brustkrebs stellen.“

Hess. Sozialministerium

Mit Dr. Bettina Conrad hatten die Landfrauen eine erfahrene Gynäkologin gefunden, die sehr anschaulich aus ihrem Alltag berichtete und die Frauen ermunterte, ihren Körper und ihre Gefühle ernst zu nehmen.

„In Hessen müssen sich jährlich etwas 4600 Frauen der Diagnose Brustkrebs stellen“, heißt es in einer Information des Hessischen Sozialministeriums. Marlies Dingel, die Vorsitzende der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs, mahnt denn auch, dass täglich noch 47 Frauen an Brustkrebs sterben. „Das ist ein ganzer Reisebus voll.“

Mit einer regelmäßigen Selbstuntersuchung und der Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt sowie dem Mammographie-Screening, das für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre durch ein mobiles Mammografie-gerät auch ortsnah angeboten wird, werde das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nicht geringer, aber die Heilungschancen seien doch sehr viel höher.

Dr. Conrad mahnte deshalb: „Ist der Tumor kleiner als zwei Zentimeter und sind die Lymphknoten tumorfrei, dann haben über 90 Prozent der Erkrankten eine Heilungs-chance“.

Die 90 Minuten, die ursprünglich für den Vortrag vorgesehen waren, wurden bei der letzten Etappe der Vortragsreihe in Bad Zwesten- Oberurff deutlich überschritten. So viele Fragen hatten die Frauen rund ums Thema.

Nach Bedarf aus den Landfrauengruppen im Kreis könne die Vortragsreihe auch fortgesetzt werden, sagte die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Schwalm-Eder, Therese Engeland. Sie stelle die Brustmodelle auch gerne zur Verfügung.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

Kommentare