Auf Blasen in die Zukunft

Bubble-Tea soll Zwestener Sprudel dabei helfen, modern zu werden

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Der Zwestener Kolben ist schon fertig: Jetzt muss nur noch das Getränk eingefüllt werden. Ab November sollen die Bänder der Zwestener Löwensprudel wieder anlaufen, sagen Matthias Bea (Mitte) und Dr. Peter Schiewk (rechts). Darüber freut sich auch Mitarbeiter Frank Fox.

Bad Zwesten. "Es gibt sehr viel zu tun", sagt Matthias Bea bei einem Rundgang durch die Hallen der Zwestener Löwensprudel. Seit anderthalb Jahren stehen die Bänder still.

Im November sollen sie wieder anlaufen. Doch bis dahin werde sich noch viel verändern müssen, sagt Bea. Matthias Bea ist für die operativen Geschäfte der EHG-Gruppe verantwortlich. Das familiengeführte Unternehmen hat die Zwestener Löwensprudel gekauft (wir berichteten). Zu den Firmen der Gruppe gehört eine Plastikflaschen-Fabrik in Eschbach. "Von dort werden wir in Zukunft die Flaschen beziehen", sagt Bea.

Vor allem das Trendgetränk Bubble Tea in Flaschen werde man zunächst in Bad Zwesten abfüllen. "Wir wissen, dass es ein Modegetränk ist. Wir versuchen damit die Zwestener Quelle modern zu machen", sagt Bea. Der Bubble Tea, den es in den Geschmacksrichtungen Erdbeere, Litschi, Maracuja und Mango geben werde, sei das Vehikel dafür. Bea und Investor Dr. Peter Schiewk betonen, dass sie den Zuckeranteil in ihrem Produkt um die Hälfte reduzieren werden. "Statt 70 Gramm werden es 35 Gramm Zucker sein. Weniger als in Coca Cola", sagt Bea. Zuletzt war Bubble Tea wegen seines hohen Zuckeranteils in die Kritik geraten.

Derzeit laufe die Feinabstimmung mit Handwerkern aus der Region. "Böden, Decken, Wände müssen saniert werden", sagt Schiewk. Voraussetzung für den Neustart sei die Zertifizierung für den Lebensmittelhandel. "Nur wenn alle hygienischen Voraussetzungen erfüllt werden, können wir unsere Produkte Wasser und Bubble Tea breit auf dem Markt platzieren." Möglichst in Edeka-, Rewe- und Tegut-Märkten.

Drei Quellen, drei Linien

Große Teile der Anlage müssen bis zum Neustart erneuert werden. "Die vorhandenen Anlagen sind energetisch eine Katastrophe", sagt Bea. Außerdem werde man künftig die Getränke in drei statt in einer Linie abfüllen, erklärt er. "Wir haben drei Quellen, für jede Quelle eine Linie." Wichtig sei, dass man anders als früher, keinen Stillstand haben werde. Ziel: 80.000 Flaschen pro Tag. 50.000 Flaschen sollen es in der ersten Ausbauphase sein. "Nach oben sind keine Grenzen", sagt Frank Fox, der in den vergangenen 20 Jahren für die Zwestener Löwensprudel gearbeitet hat. "Wir haben mit weiteren ehemaligen Mitarbeitern gesprochen", sagt Bea. Die heiße Phase der Personalsuche laufe erst im September an. 15 bis 20 Mitarbeiter, gerne auch ältere, sollen eingestellt werden. "Das ist wie beim Fußball: Man braucht alte und junge Spieler im Team. Der deutschen Mannschaft haben bei der EM die erfahrenen Spieler gefehlt." sagt Bea und lacht.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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