Buchhandel unter Druck: Händler in der Schwalm optimistisch

Schwalm. In Deutschland gibt es immer weniger Buchläden. Allein in 2015 haben nach Angaben des Börsenvereins 150 ihre Türen geschlossen.

Die 6000 bestehenden Buchhandlungen stehen unter Druck - wegen der Konkurrenz aus dem Internet, aber auch, weil die Deutschen weniger Geld für Bücher ausgeben.

Die Umsätze sanken um 1,7 Prozent. Das bestätigt auch Renate Schellenberger vom Buchladen Hexenturm in Treysa. Hierfür gebe es vielfältige Gründe: „ Große Zentren entstehen am Rande der Stadt, Innenstädte bluten aus. Hinzu kommen hohe Ladenmieten und der fehlende Nachwuchs.“ Gerade großflächige Buchhandlungen hätten Probleme. Denn mit mit jedem Quadratmeter Verkaufsfläche wachse die Schwierigkeit, die Miete wieder hereinzubekommen. Schellenberger arbeitet seit 26 Jahren als Buchhändlerin und sagt: „Ich bin zufrieden. Wir haben viele Stammkunden. Für uns ist die Buchempfehlung immer noch etwas persönliches.“

Man gehe neue Wege, indem man sich mit Institutionen oder Schulen vernetze. „Wir organisieren Büchertische, Lesungen, einen Literaturkreis.“ Optimistisch blickt auch Julia Jäckel in die Zukunft. Sie hat zum 1. August Buch am Markt in Neukirchen übernommen. Die vorherige Inhaberin hatte das Geschäft wegen Krankheit abgeben müssen. „Ich habe den Laden nicht aus Idealismus übernommen, sondern weil die Zahlen stimmen“, sagt sie. Die Neukirchener kauften noch dort ein, wo sie lebten.

Ulrike Spahn-Lange hat kürzlich ihre Buchhandlung in Ziegenhain geschlossen. „In den vergangenen drei Jahren hat sich der Umsatz deutlich verschlechtert“, sagt sie. Als Grund nennt sie das Internet: „Kunden wollen keinen Parkplatz mehr suchen, sie bestellen lieber.“ Auch habe sie festgestellt, dass das Interesse am Lesen gesunken sei.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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