Stadtverordnete stimmten für den Erhalt der Außenstelle in Gensungen

Bücherei bleibt bestehen

Noch nicht lange wiedereröffnet: Die Gensunger Bücherei wurde im Jahr 2007 nach jahrelanger Pause wiedereröffnet. Im Bild Alt-Bürgermeister Klaus Stiegel und von links Melissa-Joy Degenhardt und Ursula Knieß. Archivfoto: Grugel

Felsberg. Die Gensunger Bücherei bleibt bestehen. Auf Antrag der SPD-Fraktion wird die beschlossene Verlegung nach Felsberg in die Schul- und Stadtbücherei nicht vollzogen.

Der Haushalt der Stadt muss konsolidiert werden. Mit dem Umzug wollte man jährlich 4000 Euro Mietkosten sparen. Die lange Diskussion in der Sitzung der Stadtverordneten im Felsberger Bürgersaal zeigte einmal mehr das Zerwürfnis vieler Stadtverordneter mit dem Bürgermeister.

Heidi Folwerk (SPD) warf sodann Volker Steinmetz vor, das ehrenamtliche Büchereiteam nicht von der geplanten Schließung informiert zu haben. Wegen des bis heute nicht genehmigten Haushalts der Stadt sei auch noch kein Cent in die Bücherei investiert worden – somit konnten beispielsweise auch noch keine neuen Bücher gekauft werden.

Der Bürgermeister sei für das Konsolidierungskonzept verantwortlich und somit auch für die Schließung der Bücherei: „Im Kleinen wird hingeguckt und im Großen wird das Geld verschleudert“, sagte Folwerk. Damit spielte sie auf die Kostenexplosion beim Kita-Bau in Neuenbrunslar an.

Gemeinsamer Beschluss

Es sei keineswegs sein Haushaltskonsolidierungskonzept, erwiderte Volker Steinmetz. Im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung habe man es gemeinsam verabschiedet. Die Verwaltung und er würden einen Entwurf präsentieren. Auch wenn diese Entscheidungen keinen Spaß machten, müssten sie getroffen werden.

Dieser Meinung war auch Karl Meyfarth (DFB), er wies daraufhin, dass das Regierungspräsidium die Amtsgeschäfte übernehmen könnte, reichten die Konsolidierungsbemühungen nicht aus. Lieber die 4000 Euro in Bücher für die gemeinsame Stadtbücherei investieren statt in Miete, sagte er.

Heidi Folwerk verwies auf den Verfall der Infrastruktur in Gensungen und wie wichtig es als Signal sei, die Bücherei zu erhalten.

Jochen Pschibull (Grünen-Fraktionschef) plädierte für eine gemeinsame Bücherei. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten ihre Dienste mitnehmen und somit die Öffnungszeiten verlängern. Es gebe sieben Stadtteilbüchereien, die zum Teil nicht einmal eine Stunde in der Woche geöffnet hätten.

Gemeinsam habe man ein Konzept erarbeitet, die Bücherei günstiger zu betreiben, sagte Folwerk. Der Mietvertrag werde angepasst und im Herbst werde man zu Spenden aufrufen, um die Ausstattung der Bücherei zu verbessern.

Dr. Michael Schüte (CDU) plädierte dafür, die Wege für Kinder zum Lesen nicht zu erschweren. Man solle sich über jeden freuen, der eine Bücherei nutze. WEITERE ARTIKEL

Quelle: HNA

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