Büchse lagerte im Elternhaus - 27-Jähriger wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht

Treysa. Ein 27-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis musste sich am Donnerstag wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Die Marburger Staatsanwaltschaft warf ihm vor, in seinem Elternhaus verbotenerweise Waffen und Munition gemeinsam aufbewahrt zu haben.

Zudem wurde in dem Waffenschrank des Chemiestudenten, in dem er legal zwei Pistolen und eine Büchse lagerte, die er von seinem verstorbenen Vater geerbt hatte, eine weitere Selbstladebüchse gefunden, für die er aber keinen Waffenschein besaß. Außerdem wurde dort eine Bundeswehrpatrone und Kleinkalibermunition sichergestellt, die er ebenfalls nicht hätte besitzen dürfen.

Der junge Mann, der Mitglied in einem Schützenverein ist, gestand die im vorgeworfenen Vergehen. „Ich habe mir darüber gar keine Gedanken gemacht“, erklärte der Angeklagte dem Richter Michael Grebe.

Lediglich die Selbstladebüchse, ebenfalls von seinem Vater, hätte er nicht besitzen dürfen. Daher habe seine Mutter eine Waffenbesitzkarte für diese beantragt. „Nach dem Waffengesetz dürfen sie die Waffen ihrer Mutter aber nicht mit ihren eigenen aufbewahren“, sagte der Staatsanwalt.

Auch zu der verbotenen Munition legte der Angeklagte ein Geständnis ab. „Ich habe die Munition nicht genau durchgesehen und auch nicht genau darauf geachtet“, räumte der Angeklagte ein.

Aufgeflogen war die ganze Sache bei einer Hausdurchsuchung im Elternhaus des 27-Jährigen. Diese erfolgte, weil die Polizei den Studenten verdächtigt, Betäubungsmittel hergestellt und mit ihnen gehandelt zu haben. Denn der begeisterte Chemiker soll im Keller des Wohnhauses ein Chemielabor eingerichtet haben.

Zudem wurde bei der Hausdurchsuchung in Deutschland nicht erlaubte Pornografie sichergestellt. In diesen Fällen laufen noch die Verfahren gegen den Mann.

Bei dem jetzigen Prozess, bei dem es allein um den Verstoß gegen das Waffengesetz ging, wurde das Verfahren auf Vorschlag des Staatsanwalts allerdings eingestellt. „Dafür müssen sie aber auf alle ihre Waffen verzichten“, sagte der Staatsanwalt.

Denn die Waffenerlaubnis würde bei einer Verurteilung in den noch laufenden Verfahren sowieso widerrufen, erläuterte dieser.

Außerdem würde dem Chemiestudenten durch den Verzicht auf die Waffen ein Verlust in vierstelliger Höhe entstehen. Das sei in diesem Fall Strafe genug, waren sich alle am Prozess beteiligten Parteien einig.

Auch wurde beschlossen, dass die Mutter des Angeklagten ebenfalls auf ihre Waffe verzichten sollte, was sie nach einem kurzen Telefonat auch machte.

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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