Bühne für die Drifter: Porschetreffen in Homberg

Homberg. Das Areal der ehemaligen Ostpreußen-Kaserne am südlichen Stadtrand der Kreisstadt hat sich zu einem Paradies für Motorsportveranstaltungen entwickelt.

Am Wochenende fand das Porschetreffen statt, zu dem zahlreiche Porschefahrer mit ihren Fahrzeugen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren, wie der Vorsitzende vom Porsche-Club Schwalm-Eder 1990, Michael Pilger, aus Frankenau sagte.

Aufgereiht standen die PS-Boliden, auf Hochglanz poliert und wurden von den Besuchern bestaunt.

Großes Besucherinteresse ernteten aber vor allem die Drifter. Das sind waghalsige Piloten aus dem gesamten Bundesgebiet, die mit ihren leistungsmäßig aufgemotzten Fahrzeugen mehr quer als gerade durch die Kurven heizten.

An Leistung standen da PS-Zahlen zwischen 230 und 600 im Raum. Bedingt durch die rauen Betonflächen der ehemaligen Panzerstraßen in der Kaserne, gab es bei den rasanten Fahrten enormen Reifenabrieb. Die quietschenden Geräusche waren bis in die Innenstadt zu hören.

Sinn und Zweck dabei war es nicht, innerhalb weniger Runden seine Reifen bis auf das Stahlgewebe abzunutzen und in Fetzen zu fahren, sondern möglichst schnell und vor allem driftend den Parcours zu durchfahren und knapp an Markierungen vorbeizufahren.

Spezielle Rennserien

Wie Michael Pilger erklärte, gibt es Rennserien speziell für das Driften. Das wird auf Pisten mit langen Kurven, Spitzkehren und Speedkurven ausgetragen, wo zum Teil mit 180 Stundenkilometern gefahren und gedriftet wird. Solche Wettkämpfe gibt es auf Bundesebene wie den Gymkhana Speed-Drift, aber auch auf europäischer Ebene wie beim King of Europe. Bei jedem Rennen werden Punkte gesammelt, und am Ende der Serie wird dann der Meister geehrt.

Passend zur Veranstaltung war auch ein Porsche im Renneinsatz. Ingo Hospach (39) aus Göppingen startete mit seinem 490 PS-starken Boliden. Ursprünglich war es ein Porsche 968 aus dem Baujahr 1985, an dem aber auch gar nichts mehr Original Porsche ist. Der sechs-Liter-V8-Motor stammt von einer Corvette, der das Geschoss bis auf 250 Stundenkilometer bringt. Damit ist der Abteilungsleiter einer Maschinenbaufirma aber nur auf Deutschlands Pisten unterwegs. Aus Spaß an der Freude, wie er sagte. Da diese Driftfahrzeuge nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sind, werden sie auf dem Hänger zu den Veranstaltungen gezogen.

„Das Hobby Speed-Driften ist sehr zeit- und kostenintensiv“, sagt Ingo Hospach. Pro Wochenende sind da schnell bis zu 1500 Euro weg, unter anderem auch für Reifen. Der Göppinger hatte 30 Reifen im Gepäck und hoffte, dass er damit über die Runden kommt.

Dazu verbringt Hospach in seiner Freizeit während der Woche viel Zeit mit seinem Fahrzeug, baut um und ändert dies und das, dazu dann noch die Veranstaltungen am Wochenende. Wen wundert’s da, dass er nicht verheiratet ist.

Quelle: HNA

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