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Verärgerte Einwohner wollen Politiker in Emstal wachrütteln

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Fordern einen respektvolleren politischen Umgang in Bad Emstal: (von links) Natalia Viereck, Karsten Becker, Markus Braun, Silke Löwer-Oberhofer und Branka Braun wollen eine Bürgerinitiative gründen. Bei der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend in Sand verteilten sie an Parlamentsmitglieder und Besucher Handzettel.

Bad Emstal. Der Ärger über die Kommunalpolitik in Bad Emstal hat die Mitglieder der Gruppe zusammengeführt. Über die Kommentarfunktion von HNA-Online haben sich die Bad Emstaler kennengelernt.

Nun wollen sie eine Bürgerinitiative gründen mit dem Namen „Uns reicht’s – Für Respekt und Entscheidungen in Bad Emstals Politik“. Sie alle eint der Wunsch, die persönlichen Grabenkämpfe in der Politik zu beenden. Es müssten endlich wieder Entscheidungen getroffen werden, die die Gemeinde voranbringen.

Angefangen hatte es mit der Erhöhung der Kita-Gebühren – aus Sicht von Branka und Markus Braun ein Schnellschuss, bei dem die Eltern nicht eingebunden wurden. Dann wollten die Schriftführer der politischen Gremien nicht mehr länger Schriftführer sein und kündigten ihr Ehrenamt auf. Die sei Therme ein Fass ohne Boden, die Gemeinde stecke tief in den roten Zahlen und bei all den Problemen sehen die Brauns und ihre Mitstreiter bei den Bad Emstaler Politikern kein wirkliches Bemühen, an Lösungen zu arbeiten.

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Am Dienstagabend verteilten sie Handzettel an Gemeindevertreter, Mitglieder des Gemeindevorstandes und Besucher der Gemeindevertretersitzung. Darauf fordern sie: „Schluss mit Emstaler Verhältnissen, Schluss mit diesem schlechten politischen und menschlichen Stil, Schluss mit persönlichen Angriffen, Schluss mit erbitterten Debatten.“

In Bad Emstal gehe es schon lange nicht mehr um die Interessen der Bürger, sagt auch Natalia Viereck. Dabei seien die Politiker von den Bad Emstalern mit dem Auftrag gewählt worden, zum Wohle der Gemeinde zu handeln. „Wir wollen nicht gegen eine bestimmte Partei schießen“, sagt Branka Braun, „nein, wir wollen, dass wieder zu Sachthemen zurückgekehrt wird“. Die Stimmung in Bad Emstal habe sich seit der letzten Bürgermeisterwahl verschlechtert, das wirke sich auf die Lebensqualität aus – an manchen Tagen falle es schwer, von der Arbeit zurück in den Wohnort zu fahren, sagen die Gruppenmitglieder, von denen alle bis auf Karsten Becker Zugezogene sind.

Am Beispiel des Mehrgenerationen-Spielplatzes zeichnen sie Folgen der Streitigkeiten auf. Vor mehr als drei Jahren hätten Eltern die Idee für das Projekt entwickelt, sie bildeten den Verein Familien in Bad Emstal (FinE). Der Spielplatz sei ins Parlament gekommen und von Ausschuss zu Ausschuss gereicht worden. Mit FinE sei nicht gesprochen worden. Erst jetzt im Sommer habe das Parlament für das Projekt, das im Kurpark am Habichtswaldsteig errichtet werden soll, einen endgültigen Beschluss gefasst. Braun: „Andere würden sich über ein so tolles Engagement der Bürger freuen.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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