Bürgerinitiative ist gegen neues Baugebiet am Sälzer Weg

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Engagieren sich in der Bürgerinitiative „Kein Neubaugebiet Sälzer Weg“: von links Klaus-Peter Zöberlein, Apolle Bachmann, Ursula Diez, Wolfgang Göthling, Gabriele Zöberlein, Dieter Pistorius, Wilma Pistorius und Carsten Vogt.

Melsungen. Der Melsunger Ausschuss für Stadtentwicklung diskutiert am kommenden Montag über neue Baugebiete. Zur Debatte stehen Kosten für mögliche Baugebiete.

Im Vorfeld der Sitzung hat eine Bürgerinitiative auf die Absetzung eines Tagesordnungspunktes gedrängt. Im Auge hat die Initiative „Kein Neubaugebiet Sälzer Weg“ ein Areal am Friedhof zwischen Sälzer- und Eisenbergweg. In Rede stünden dort 60 Bauplätze. Es habe bereits Gespräche mit Investoren und Vermessungsarbeiten gegeben, erklärte Sprecherin Ursula Diez.

Am Montag stellt eine Gesellschaft für Grundstücksentwicklung laut Tagesordnung im Ausschuss eine Planung zur Entwicklung des Baugebietes Huberg vor. Dazu die Bürgerinitiative: Man habe eine offene und faire Diskussion erwartet. Daran habe man angesichts der Tagesordnung indes Zweifel. Konkret sei man verwundert, dass es in Sachen Sälzer Weg anscheinend bereits Planungen gebe, die im Ausschuss zur Debatte stünden, bevor überhaupt das Stadtparlament über die Ausweisung als Bauland abgestimmt habe. Man fordere deshalb die Absetzung des Tagesordnungspunktes in Sachen Baugebiet Huberg.

10.000 Flyer

Die Bürgerinitiative verteilt derzeit in Melsungen und seinen Stadtteilen nach eigenen Angaben 10 000 Flyer. Außerdem hat sie eine Online-Petition gestartet. Auf den Flyern skizziert sie ihr Anliegen. Danach könnten in den Randgebieten der Kernstadt große Neubaugebiete entstehen, die gemeinsam mit ihren Besitzern vergreisen. Die Innenstadt werde so zu einer Problemzone, denn für Fachwerkhäuser werde es keine Kaufinteressenten mehr geben. Die Stadt dehne sich nach außen aus und verfalle im Kern.

Auch in den umliegenden Stadtteilen entstünden demnächst kleinere Baugebiete, erklärte die Initiative. Damit vergrößere sich das Wohnraumangebot, obwohl die Einwohnerzahl von Melsungen seit längerem konstant sei. Die Ausweisung von neuem Bauland werde zu einem Überangebot an Immobilien führen, was immer mit einem Preisverfall einher gehe. Studien zufolge werde die Einwohnerzahl in Melsungen bereits in 15 Jahren um etwa neun Prozent geschrumpft sein.

Man spreche sich nicht grundsätzlich gegen Neubauten aus, erklärte die Bürgerinitiative. Lückenschlüsse sollten aber Vorrang haben, gefolgt von der Nutzung von Altimmobilien. Erst an letzter Stelle solle die Ausweisung von Neubaugebieten stehen, die sich in die vorhandene Infrastruktur einfügen sollten. (lgr)

Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am Montag, 12. Oktober, ab 18 Uhr - die Sitzung ist öffentlich und findet im Melsunger Dienstleistungszentrum an der Sandstraße 13 statt.

Quelle: HNA

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