Fünf Jahre lang gekämpft

Bürgerinitiative will gegen Windräder auf dem Rödeser Berg klagen

Wolfhagen. Fünf Jahre lang haben die Aktivisten der Bürgerinitiative (BI) Wolfhager Land gegen die geplanten Windkraftanlagen auf dem Rödeser Berg gekämpft. Nachdem die Baugenehmigung für die die vier rund 200 Meter hohen Stromerzeuger nun vorliegt, will die BI nicht kapitulieren.

Mit juristischen Schritten wollen sie das Projekt doch noch verhindern. „Höchste Eile ist jetzt geboten“, so der Sprecher Dr. Horst Koenies. „Jeder Baum, der gefällt wird, zerstört die Lebensgrundlage für viele geschützte Pflanzen und Tiere sowie das einzigartige Landschaftsbild.“

Die Artenvielfalt, die die BI und viele Experten auf diesem bewaldeten Bergrücken nachgewiesen haben, sei, so der promovierte Biologe, „für dokumentierte mitteleuropäische Verhältnisse fast einzigartig“.

Im Nachhinein trauert man vertanen Chancen der vergangenen Jahre nach. Für einen Bürgerentscheid, erinnert Koenies, habe die BI Ende 2011 ausreichend Stimmen gesammelt. Der BI-Sprecher: „Nur durch die Zusage der Stadt, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, wurde dieser Bürgerentscheid von der BI im März 2012 nicht weiter verfolgt.“

Horst Koenies weiter: „Die vier Windräder hätten schon längst im Windpark Istha stehen können.“ Dort wollen Investoren in der Gemarkung Altenstädt und Balhorn in Kürze zu den 17 bereits vorhandenen Windrädern weitere hinzu bauen. Die Alternative auf der Fläche im Dreiländereck zwischen Wolfhagen, Naumburg und Bad Emstal wäre auch von der BI favorisiert worden.

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Nun gelte es, die letzte Chance zu nutzen. Koenies: „Den Bau im Wald, auf dem Rödeser Berg, kann jetzt nur noch eine Klage verhindern.“

Der seitens der BI eingeschaltete Rechtsanwalt, laut Koenies ein Experte im Umweltrecht, sehe „gute Erfolgschancen für einen gerichtlichen Baustopp und eine anschließende Klage“. Unterstützt werde die BI dabei unter anderem durch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie (Vogelschutz) und den BUND-Ortsverband Wolfhagen.

Allerdings weiß die Bürgerinitiative auch, dass ein Prozess teuer werden kann. Deshalb ruft der gemeinnützige BI-Verein „alle Freunde und Unterstützer zu Spenden auf, um gegen die finanzstarken Investoren gerichtlich antreten zu können“.

Bauarbeiten am Rödeser Berg

Bauarbeiten am Rödeser Berg

Quelle: HNA

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