Bürgermeister Birger Fey nimmt nach 18 Jahren Abschied von seinem Traumberuf

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Ende der Dienstzeit: Birger Fey war 18 Jahre lang Bürgermeister in Frielendorf. Die 16 Ortsteile werden vor dem Rathaus mit Basaltstelen symbolisiert.

Frielendorf. Was Birger Fey nach dem 21. Mai nicht mehr macht, davon hat er eine klare Vorstellung: „Kein Einmischen in die Kommunalpolitik."

Dennoch: Nach 21 Jahren in verschiedenen Positionen im Gemeindeparlament und 18 Jahren als Bürgermeister von Frielendorf sei es unmöglich, der Politik völlig den Rücken zu kehren. Doch aus dem politischen Alltagsgeschäft, da will er sich raushalten.

Spuren im Amtszimmer 

Noch ist er eingebunden in Planungen, Vorlagen und Entscheidung, wälzt Akten in seinem Büro, in dem sein Vorgänger und sein Nachfolger Spuren hinterlassen haben. „Der Besprechungstisch stammt noch von Gerhard Weitzel und mein Nachfolger, Thorsten Vaupel, hat bereits einen neuen Teppichboden verlegen und die Wände streichen lassen“, kommentiert er lächelnd. Bilder, Zeichnungen - unter anderem vom Wellness-Paradies - und der Schreibtisch sind eher dezente Spuren im Amtszimmer.

Förderer des Tourismus 

Deutlicher sind sie nach 18 Amtsjahren in der Gemeinde. So im Bereich des Tourismus: Dazu zählt er das Wellness-Paradies, die Sommerrodelbahn sowie die Entwicklung am Silbersee und im Ferienwohnpark. Es sei kein einfacher Weg gewesen, den Tourismus in der Ohetalgemeinde zu verankern und ihm ein Gesicht zu verleihen. Zahlreiche Gespräche und Überzeugungsarbeit seien dazu nötig gewesen - vor allem beim Wellness-Paradies. Das sei touristisch notwendig, finanziell und politisch aber schwierig durchzusetzen gewesen.

Über weite Strecken war die Amtszeit Feys geprägt vom Kanalbau. Millionen flossen in den Untergrund, um die maroden Abwasserleitungen auf den neuesten technischen Stand zu bringen. In der Folge erhielt Frielendorf zwar neue schicke Straßen, doch der Schuldenberg drohte ins Unermessliche zu steigen.

Bedrückend sei diese finanzielle Entwicklung gewesen, erinnert er sich. Nach langem Ringen wurde mit der Konsolidierung ab 2003 die Notbremse gezogen. Dass alle Parteien lieb gewonnene Projekte dem Diktat der Finanzen opferten, sei nur „gemeinschaftlich und pragmatisch“ möglich gewesen.

Grenzen der Gestaltung 

Die Suche nach gemeinschaftlichen Lösungen, Pragmatismus, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit, zählt Fey zu seinen Stärken. „Als Bürgermeister muss man Verantwortung übernehmen, unzählige kleine Entscheidungen fällen und nahe an den Menschen sein.“ Dabei habe er die Grenzen der Gestaltung kennen gelernt und erfahren, dass die Gemeinde nicht alles für die Menschen erledigen könne.

So nehme er mit einem gewissen Wehmut Abschied von seinem Traumberuf. Denn die Verbindung mit den Menschen habe ihm stets große Freude bereitet.

Zugleich aber freue er sich, mehr Zeit für seine Familie zu haben. Und in seiner Freizeit wolle er sich als Vorsitzender der Frielendorfer SPD der Partei widmen. Schließlich könne er nach 39 Jahren die Politik nicht einfach an den Nagel hängen.

Quelle: HNA

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