Bürgermeister glaubt nicht an Stromtrasse bei Fritzlar

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Ingmar Theiß

Fritzlar. Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat geht davon aus, dass die geplante Stromtrasse Südlink Fritzlarer Gebiet nicht betreffen wird. Für den Roten Rain sagte er: „Da wird keine Stromtrasse hinkommen."

Am Dienstag bietet die Firma Tennet, die die Leitungen bauen soll, eine Informationsveranstaltung in der Fritzlarer Stadthalle an. Von 15 bis 20 Uhr sind dort Ansprechpartner anzutreffen, die Fragen von Besuchern beantworten wollen.

Laut Spogat würden unter anderem Mindestabstände zur Wohnbebauung (400 Meter), der Naturschutz und die Belange der Bundeswehr gegen die geplante Trassenführung sprechen. Er sehe die Planung daher gelassen.

Nicht ganz so gelassen ist der CDU-Stadtverordnete Ingmar Theiß, der im Wohngebiet Roter Rain ein Schreiben verteilt hat. Im Vorfeld habe sich eine Gruppe von Anwohnern des Wohngebietes getroffen, sagte Theiß auf Anfrage.

Der immer wieder genannte Mindestabstand von 400 Metern stehe so nicht im Gesetz, sagte Theiß. Und wenn es heiße, bei geringeren Abständen solle eine Erdverkabelung geprüft werden, könne diese Prüfung auch negativ ausfallen und Masten würden doch gebaut.

Theiß rief dazu auf, möglichst zahlreich zur Tennet-Veranstaltung zu gehen und sich zu informieren. Dort wird auch eine Delegation von Bürgermeistern aus der Region erwartet, wie Spogat bestätigte.

Aus Sicht von Ingmar Theiß sind noch viele Fragen offen. So sei beispielsweise unklar, wie breit ein Strommast werde. Möglich seien offenbar auch Doppelmasten mit einer Breite von bis zu 250 Metern.

In seinem Schreiben an die Anwohner des Roten Rains zieht Theiß einen Vergleich. Ein Strommast werde rund 70 Meter hoch sein, der Fritzlarer Dom habe eine Höhe von 50 Metern, der Graue Turm von 37 Metern.

CDU-Mann Theiß wies darauf hin, dass er und die Anwohner nicht gegen die Energiewende seien. Es sei nur wichtig, die Interessen rechtzeitig zu vertreten. Nach den Osterferien, so kündigte Theiß an, soll es eine eigene Informationsveranstaltung zum Thema geben. Möglicherweise werde man auch eine Bürgerinitiative gründen. Damit sollten Menschen aus Fritzlar und der Umgebung angesprochen werden. Gemeinsam mit anderen Initiativen dieser Art gelte es auch, die Notwendigkeit der Trasse insgesamt zu hinterfragen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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