Wahlen in Bad Emstal: Ralf Pfeiffer bleibt Bürgermeister

Bad Emstal. „Das ist hier spannender als ein Tatort“, sagt Bürgermeister Ralf Pfeiffer, als das Ergebnis aus dem zweiten von sechs Wahlbezirken einlief.

Wenige Minuten zuvor hatte der Verwaltungschef, der mit seinen Anhängern in der alten Post neben dem Rathaus auf die Zahlen wartet, den ersten Schrecken überstehen müssen: In Riede stimmten die meisten Bürger für seine ärgste Konkurrentin Dr. Meike Werther.

Fotos: Wahlen in Bad Emstal

Bürgermeisterwahlen in Bad Emstal

Nun also das zweite Zwischenergebnis, und mit Merxhausen kommt die Wende. Die Anspannung lässt nach. Kurz vor 19 Uhr steht das Ergebnis fest, Jubel in der alten Post, Pfeiffer hat sich mit deutlicher Mehrheit durchgesetzt. Die von vielen erwartete Stichwahl zwischen dem Amtsinhaber und der Herausforderin von der SPD, Dr. Meike Werther, wird es nicht geben. Der Sieger wird von seiner Frau Sonja geherzt, ehe die Gratulanten auf ihn zustürmen. Zu den ersten gehört sein Kontrahent Frank Unseld, der gegen 18.30 Uhr in die alte Post gekommen war. Ihm attestiert Pfeiffer einen „wirklich fairen Wahlkampf“. Später lädt er ihn dazu ein, „dass wir politisch was zusammen machen“.

Dann steht der Wiedergewählte auf einem Tisch, um zu danken. Vor allem seiner Frau: „Ohne sie hätte ich das nicht geschafft“, sagt er bewegt. Auch seine Unterstützer vergisst er nicht: „Es ist euer Verdienst, dass wir jetzt in Bad Emstal den Pfeiffer als Bürgermeister haben.“

Traum geplatzt

Szenenwechsel: In der Kutscherstube im Hotel Emstaler Höhe düpiert zur gleichen Zeit Borussia Dortmund den FC. Beim Stand von 1:6 aus Sicht der Kölner schaut kaum noch jemand auf die Leinwand. Die Bad Emstaler SPD ringt mit der eigenen Niederlage. Es ist kurz vor sieben, als der Traum platzt. 34,4 Prozent. Das ist zu wenig. Es reicht vorn und hinten nicht, noch nicht mal für eine Stichwahl. Dr. Meike Werther hat die Bürgermeisterwahl verloren.

In einer ersten Stellungnahme klingt die 41-Jährige verbittert, fast trotzig. „Ich hatte gehofft, dass sich Bad Emstal für Intelligenz entscheidet.“ Sie ist umringt von Genossen, die mit ihrer Enttäuschung nicht wissen wohin. Vereinzelt fließen Tränen. Meike Werther versucht die Weggefährten zu trösten. Es bleibt beim Versuch. So recht kann auch sie ihre Emotionen nicht kontrollieren. „Mein Leben geht jetzt weiter, das von Bad Emstal nicht.“ Jemand setzt auf den Satz noch einen drauf: „Bad Emstal ist tot.“ Woran es am Ende lag? Die Frage stößt auf Schweigen, nach einigen Sekunden zaghafte Antworten. Ralf Pfeiffer habe sich besser verkauft, heißt es in der Runde. „Vielleicht war ich zu unbekannt“, meint Werther, die das Ergebnis akzeptiert, dem Sieger aber nicht gratulieren will. „In sechs Jahren wird Bad Emstal noch an mich denken.“

Quelle: HNA

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