Bürgermeisterwahl Schwalmstadt: Der Liberale Frank Pfau tritt an

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Auf ihrer Veranda mit Blick auf die Schwalm in Treysa: Petra und Frank Pfau. 

Schwalmstadt. In Schwalmstadt wird am Sonntag, 25. September, ein Bürgermeister gewählt. Eine Stichwahl würde am 16. Oktober stattfinden. Heute stellen wir den Kandidaten Frank Pfau vor.

In seinem Haus, das die Eltern am Fuße des Schwalmbergs dicht an der Schwalm gebaut hatten, ist Frank Pfau gern, aber nicht all zu oft. Der passionierte Angler liebt das Flüsschen Schwalm, doch es zieht ihn oft weg in Sachen Gutachtertätigkeit zu Baustellen in ganz Deutschland oder zu den Sitzungen des Berliner DIN-Ausschusses.

Dass man von der Heimatstadt aus Termine in der Hauptstadt wahrnehmen und doch abends auf der weitläufigen Veranda daheim zurück sein kann, findet er prima und vielsagend. Die Lage sei eben gut, Schwalmstadt könne künftig sehr profitieren davon, dass Menschen aus den immer unerschwinglicheren und stressigeren Großstädten wie Frankfurt hierher aufs Land fänden. „Wir haben die besten Voraussetzungen mit unserem Bahnhof sowie bald der A 49 und schnellem Internet.“ Im Prinzip, so Pfau, möchte er an dem Weg anknüpfen, den der verstorbene Dr. Gerald Näser begonnen hatte.

Stadtmarketing und „zeitgemäße Wirtschaftsförderung“ hat sich Pfau auf die Fahnen geschrieben, er will „Firmen ansiedeln, Neues beginnen, Leute hierher holen, die hier wohnen wollen, sich hier wohlfühlen“. Das erfordere ein „gestalterisches, unternehmerisches Denken“. Gemeint seien nicht nur große, sondern besonders die kleinen, neuartigen Gründungen. Das müsse beworben werden.

Die Arbeit mit den 250 Mitarbeitern Schwalmstadts traue er sich ohne Weiteres zu, erzählt er weiter, Teambildung und Führung auch vieler Menschen hätten ihn seit Bundeswehrtagen begleitet und seien nun auch Inhalt seines Studiums. Und die Schulden der Stadt will er als Bürgermeister um jährlich eine Mio. Euro abbauen.

Doch wie? Es dürfe nicht sein, dass gerade beim Bauen „so viel Geld versenkt“ werde, „im privaten Bereich kommen solche Erhöhungen wie jetzt bei der Neuen Wache doch gar nicht infrage“. Nicht bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben liege das Problem der Stadt, sagt Pfau.

Zum Beispiel? Nach seiner Lesart würde es günstiger kommen, die Erweiterung des Seniorenbuskonzepts über Taxiunternehmen laufen zu lassen, so der Liberale Pfau. Den Nutzern würde das sogar mehr Komfort und Flexibilität bieten.

Vor dem anstrengenden und zeitraubenden Job des Verwaltungschefs hat der 52-Jährige keine Sorge, sagt er noch. Auch wenn er dann noch seltener zum Angeln kommen würde.

Zur Person

Frank Pfau ist 52 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter (20). Nach der Mittleren Reife an der CBS wurde er zum Kfz-Mechaniker ausgebildet. Es folgte eine vierjährige Bundeswehrzeit, bevor er im Betrieb des Bruders Metallbauer wurde. Die Meisterschule und eine Ausbildung zum Schweißfachmann schlossen sich an, danach machte sich Pfau selbständig, heute arbeitet er überwiegend als vereidigter Sachverständiger und erwartet seinen Hochabschluss als Mediator und Coach. Er ist Obermeister der Metallinnung und im Vorstand des Landesverbandes. Im DIN-Ausschuss in Berlin arbeitet er auch mit. Vor einigen Jahren trat er in die FDP ein, seit 2011 ist er Stadtverordneter, seit dieser Legislatur Bauausschussvorsitzender. Er bewirbt sich als unabhängiger Kandidat, unterstützt von FDP, CDU und FWG.

Quelle: HNA

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