Wahlbeteiligung bei 46,03 Prozent - Parteiloser gewinnt überraschend deutlich

Stichwahl: Stefan Pinhard ist neuer Bürgermeister in Schwalmstadt

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Nimmt Glückwünsche entgegen: Stefan Pinhard (links).

Schwalmstadt. Am Sonntag haben die Schwalmstädter entschieden, wer Bürgermeister in der größten Stadt im Schwalm-Eder-Kreis wird: Sie haben für Stefan Pinhard (48, parteilos) votiert.

Aktualisiert um 19.55 Uhr.

In der Stichwahl ums Schwalmstädter Bürgermeisteramt hat sich der parteilose Stefan Pinhard (48) für viele überraschend deutlich durchgesetzt. Er holte 56,34 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag nur leicht über 46 Prozent und damit deutlich niedriger als bei der Hauptwahl vor drei Wochen, als 50,34 Prozent zur Wahl gegangen waren. Bei der Wahl im Frühjahr 2012 betrug der Wert noch 56 Prozent.

Erster Stadtrat Schwierzeck will zurücktreten

Detlef Schwierzeck

Der amtierende Bürgermeistervertreter Detlef Schwierzeck (60, SPD) erhielt 43,66 Prozent und nach ersten Analysen Dutzende weniger Stimmen als im ersten Durchgang. Er sagte kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses gegenüber der HNA, dass er das Amt des Ersten Stadtrates niederlegen werde, „unter Herrn Pinhard werde ich nicht arbeiten“. Zuvor werde er selbstverständlich alle Amtsgeschäfte ordentlich übergeben. Dies komme seinem weitgehenden Rückzug aus Lokalpolitik gleich, unterstrich Schwierzeck, der Ende der 80er Jahre seine politische Laufbahn begann. Zahlreiche Bürgermeister aus dem Landkreis, mit denen er seit 16 Monaten kollegial zusammen gearbeitet hatte, schüttelten Schwierzeck im Rathaussaal anerkennend die Hand.

Währenddessen ließen Stefan Pinhard und seine Frau Ilona eine kaum enden wollende Gratulationscour über sich ergehen, die der Finanz- und Verwaltungsfachmann ruhig und gelassen entgegennahm. Auch viele Stadtverordnete aller Fraktionen und künftige Mitarbeiter im Rathaus reihten sich geduldig ein.

Wann Pinhard das Amt für die nächsten sechs Jahre offiziell antreten kann, ist noch nicht bekannt. Es wird möglicherweise der 1. Dezember sein, ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung könnte im November in einer Sondersitzung fallen. Sein Vorgänger, Dr. Gerald Näser (CDU), war Anfang Juni gestorben.

Stichwahl: Neuer Bürgermeister in Schwalmstadt gewählt

++ Die vorläufigen Endergebnisse der Stadtteile: ++

Allendorf

Pinhard: 36,62 %

Schwierzeck: 63,38 %

Wahlbeteiligung: 47,3 %

Ascherode

Pinhard: 60,38 %

Schwierzeck: 39,62 %

Wahlbeteiligung: 41,6 %

Dittershausen

Pinhard: 72,44 %

Schwierzeck: 27,56 %

Wahlbeteiligung: 62,9 %

Florshain

Pinhard: 69,01 %

Schwierzeck: 30,99 %

Wahlbeteiligung: 54,5 %

Frankenhain

Pinhard: 58,33 %

Schwierzeck: 41,67 %

Wahlbeteiligung: 53,9 %

Michelsberg

Pinhard: 51,22 %

Schwierzeck: 48,78 %

Wahlbeteiligung: 61,2 %

Niedergrenzebach

Pinhard: 43,48 %

Schwierzeck: 56,52 %

Wahlbeteiligung: 48,5 %

Rörshain

Pinhard: 29,85 %

Schwierzeck: 70,15 %

Wahlbeteiligung: 60,9 %

Rommershausen

Pinhard: 64,44 %

Schwierzeck: 35,56 %

Wahlbeteiligung: 51,3 %

Treysa (mit Briefwahl)

Pinhard: 58,0 %

Schwierzeck: 42,0 %

Wahlbeteiligung: 43,6 %

Trutzhain

Pinhard: 55,56 %

Schwierzeck: 44,44 %

Wahlbeteiligung: 39,6 %

Wiera

Pinhard: 46,82 %

Schwierzeck: 53,18 %

Wahlbeteiligung: 41,8 %

Ziegenhain

(ohne Briefwahl)

Pinhard: 61,2 %

Schwierzeck: 38,8 %

Wahlbeteiligung: 27,8 %

Briefwahl Treysa

Pinhard: 57,6 %

Schwierzeck: 42,4 %

Briefwahl Ziegenhain und übrige Stadtteile

Pinhard: 56,6 %

Schwierzeck: 43,4 %

Wahlbeteiligung

Prozent: 46,03 %

Hintergrund: Stichwahl

Die Stichwahl wurde nötig, da bei der Hauptwahl vor drei Wochen keiner der drei angetretenen Kandidaten mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen konnte. Detlef Schwierzeck, der seit 16 Monaten die Verwaltung als Erster Stadtrat führt, hatte bei der Wahl 42,08 Prozent (2975 Stimmen) erreicht. Zweitplatzierter wurde Stefan Pinhard mit 30,37 Prozent (2147) der Wählerstimmen. Ausgeschieden war der liberale Frank Pfau, der von CDU, FWG und seiner Partei ins Rennen geschickt worden war. Er erreichte 27,55 Prozent (1948).

Gewählt wird in Schwalmstadt nach viereinhalb Jahren, bedingt durch den Tod von Bürgermeister Dr. Gerald Näser (CDU) Anfang Juni. Turnusgemäß werden Bürgermeister in Hessen alle sechs Jahre direkt gewählt.

Quelle: HNA

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