Bürgernetz Wichte bietet schnelleres Internet an

Zugang ins Internet: Der Heimatverein bietet ein kostenloses Telefon und einen WLAN-Zugangspunkt in der Dorfmitte an. Im Bild surfen Andreas Prinz aus Konnefeld, hinten, und Pascal Manz aus Schwalmstadt mit einem Notebook im Internet. Foto: privat

Wichte. Das Bürgernetz Wichte gibt im neuen Jahr richtig Gas: Ab sofort sind in Wichte und Licherode Bandbreiten von bis zu 25 Mbit/s und in Teilen sogar bis zu 40 Mbit/s möglich.

Das Wichter Bürgernetz ist eine der ältesten Internetalternativen abseits der bekannten Provider wie Telekom, Vodafone und andere.

Die 110 Haushalte in Wichte und Licherode (Ortsteil von Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg), die Mitglied sind, wird das freuen. Aber auch andere Teilnehmer seien willkommen, sagt Heinz Kamper vom Heimatverein. Denn der ist quasi Betreiber des Bürgernetzes. Jeder, der vom funkbasierten Hochgeschwindigkeitsnetz profitieren möchte, muss Mitglied im Heimatverein sein.

Das liege in den Anfängen des Bürgernetzes begründet, sagt Kamper.

Damals, im Jahr 2002, als im Mörscher Ortsteil immer noch kein Internet verfügbar war, kamen Mitglieder des Heimatvereins auf die Idee, selbst Abhilfe zu schaffen. Sie gründeten also das Bürgernetz. Damals war es aber nur Körperschaften erlaubt, auf die Infrastruktur der Telekom aufzusetzen und per Richtfunk Teilnehmer ans Internet anzuschließen. Also wurde jeder, der Internet wollte, kurzerhand Vereinsmitglied. Der kleine Ortsteil Wichte hat also bis heute einen der mitgliederstärksten Heimatvereine im Altkreis: Der zählt immerhin 150 Mitglieder. Diese zahlen zusätzlich zu den Gebühren für ihren Internetanschluss (fünf bis zehn Euro monatlich) sechs Euro Mitgliedsbeitrag für den Heimatverein.

„Am Anfang gab es Bedenken einiger Einwohner, dass wir Zugriff auf die Inhalte haben könnten“, sagt Kamper. Aber das sei natürlich Quatsch. Dann solle doch lieber die Telekom über die Surfgewohnheiten Bescheid wissen, als der Heimatverein, habe es damals geheißen. Mittlerweile seien aber 85 Prozent der Wichter und 100 Prozent der Licheröder Haushalte Mitglied im Heimatverein und nutzten das Bürgernetz.

Der Heimatverein bietet im kleinen Wichte sogar noch einen kostenlosen WLAN-Zugangspunkt in der Ortsmitte an. Dort steht statt der alten Telefonzelle ein Telefon, mit dem kostenlos in alle Welt telefoniert werden kann.

So soll den Wichtern beispielsweise ermöglicht werden, einen Notruf abzusetzen. Denn außer der ehemals schlechten Internetanbindung lässt auch die Netzabdeckung für die Mobiltelefonie zu wünschen übrig.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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