Eigenleistungen

Neuer Bürgertreff in Wenigenhasungen: Einwohner stemmen 70.000 Euro

Knochenarbeit: Ortsvorsteher Christian Schüssler (links) und Dieter Meyer als Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung packen natürlich mit an. Fotos: zih

Wenigenhasungen. Gehör-, Augen- und Mundschutz waren ein Muss für die Frauen und Männer. Die Presslufthämmer sorgten nicht nur für einen hohen Lärmpegel, sondern bei den Abbrucharbeiten auch für jede Menge Staub im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) in Wenigenhasungen.

Freiwillig nahmen die Hobby-Bauarbeiter die handwerklichen Strapazen auf sich und straften damit viele Kritiker im Ort Lügen.

Sie hatten im Vorfeld bezweifelten, ob die an Eigenleistungen zu stemmenden 70 000 Euro für den DGH-Umbau zu einem Bürgertreff von den Einwohnern der Erpetalgemeinde bewältigt werden können. Dieter Meyer, Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung: „Der mit 900 000 Euro veranschlagte Erweiterungsbau des Dorfgemeinschaftshauses ist von den Hochbauten her das architektonische Kernstück der Dorferneuerung.“ Zu verwirklichen sei das Projekt jedoch nur, wenn neben den Kosten von 450 000 Euro, die die Stadt Wolfhagen beisteuert und den Fördermitteln des Landes, die Wenigenhasunger die Ärmel hochkrempeln und 70 000 Euro erarbeiten.

Das dies seit Anfang des Jahres umgesetzt wird, dafür steht vor allem ein Name: Stefan Ludwig als Vorsitzender des Trägervereins Kultur- und Dorfzentrum Bürgertreff. Der Berufsschulpädagoge tritt nicht nur als ständiger Vorarbeiter auf, er organisiert auch die Eigenleistungen und teilt die Mitglieder von Feuerwehr, Turn- und Sportverein, Jagdgenossen- und Schützenbruderschaft ein.

Ludwig: „Nur durch den Gemeinschaftssinn der vielen Helfer wird der DGH-Umbau und der neue Bürgertreff allen Unkenrufen zum Trotz keine Utopie bleiben.“

Bisher sind an den Wochenenden 300 Stunden an Eigenleistungen zusammen gekommen. Ludwig: „Bis die Gesamtmaßnahme abgeschlossen ist, werden es nach meiner Einschätzung mindestens doppelt so viel.“ Würde man den Stundensatz des Landessportbundes für Eigenleistungen von 15 Euro bei zuwendungsfähigen Kosten als Messlatte anlegen, dann würden die Wenigenhasunger weit mehr als die geforderten 70 000 Euro stemmen. (zih)

Quelle: HNA

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