Interview mit Ingo Lange, dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Felsberg, über Dienstliches und Privates

Büromensch mit Liebe zur nordhessischen Heimat

Ab Montag Chef der Stadtsparkasse: Ingo Lange ist der neue Vorstandsvorsitzende. Foto:  Müller-Neumann

Ingo Lange stammt aus Böddiger, ging in Gensungen zur Grundschule, in Felsberg auf die Gesamtschule und in Melsungen aufs Oberstufengymnasium. Nach 20 Jahren bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder übernimmt er als Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Felsberg die Verantwortung für das kleine Geldinstitut.

Wir sprachen mit ihm über Dienstliches und Privates.

Herr Lange, Lesen Sie lieber Bilanzen oder ein spannendes Buch?

Ingo Lange: Beides. Beruflich muss ich immer den Blick auf die Bilanzen - auch auf die der Mitbewerber und der Kunden - richten, um zu sehen, dass sich die Stadtsparkasse behauptet, und damit ich rechtzeitig Risiken erkenne. Aber ich habe auch qualifizierte Mitarbeiter, die helfen, das Schiff zu steuern. Privat lese ich gerne Krimis und Reiseberichte.

Was machen Sie, um abends abzuschalten?

Lange: Meine Familie ist mir dann sehr wichtig. Sie ist für mich Erdung und Ausgleich. Es ist schön, dass mich meine Frau und die beiden Kinder in ihren Alltag einbinden, auch in den schulischen. Außerdem jogge ich gerne durch Nordhessens Wälder. Wir haben einen Jagdhund, der begleitet mich.

Ihre neue Aufgabe hat einige Zeit der Vorbereitung bedurft. Was haben Sie in den drei Monaten gelernt?

Lange: Ich bin seit dem 2. August in Felsberg und war ab dem ersten Tag in die Vorstandsarbeit eingebunden. Wir haben die Aufgaben gedrittelt: Ein Teil Inge Fleischhut-Wolf, ein Teil der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rainer Eull, ein Teil ich. Ich habe Zeit gehabt, mir alles anzuschauen, Personal, Kunden und Aufgaben kennenzulernen und Projekte anzuschieben.

Und woraus besteht Ihre Aufgabe als Sparkassenchef?

Lange: Ich bin der Kapitän und muss zusammen mit den anderen Führungskräften rechtzeitig erkennen, wie sich die Umwelt für die Stadtsparkasse verändert und darauf reagieren. Es gibt ein magisches Dreieck. Das heißt: Erträge stabilisieren oder steigern, Kosten kontrollieren, möglichst senken und Risiken systematisch steuern. Eine Sparkasse ist nicht so sehr wie eine Bank auf die Gewinnmaximierung aus. Wir haben auch die Gemeinwohlorientierung als Satzungsauftrag. Damit fühle ich mich sehr wohl.

War eine Führungsposition Ihr Ziel, als Sie Ihre Ausbildung begonnen haben?

Lange: Ich habe einen gesunden Ehrgeiz, hatte aber eine solche Position während der zweieinhalbjährigen Ausbildung noch nicht im Fokus. Aber später habe ich schon geschaut, welche Chancen bestehen - vor allem nachdem ich die Deutsche Sparkassenakademie besucht hatte mit dem Abschluss als Diplom-Sparkassenbetriebswirt. Damit wächst auch der Wunsch nach mehr Verantwortung. Als Bereichsdirektor bei der Kreissparkasse hatte ich auch unternehmerische Entscheidungen zu fällen.

Würden Sie den Beruf noch einmal ergreifen?

Lange: Ja. Ich würde es genau so noch einmal machen, das passt zu mir und füllt mich aus. Es ist ein toller kaufmännischer Beruf mit einer soliden Ausbildung. Außerdem ist Sparkasse mehr als Bank.

Würden Sie Ihren Kindern auch dazu raten?

Lange: Sicher, aber dafür ist es noch zu früh. Ich finde es schön, dass sie Interesse an meiner Arbeit haben und fragen, warum ich etwas mache, wenn ich sie zu Veranstaltungen mitnehme.

Sie gehen gerne zu Außenterminen?

Lange: Ja, ich freue mich über Außentermine mit festen Schuhen oder Gummistiefeln. Ich bin zwar ein Büro-, aber auch ein Naturmensch.

In Ihrer Freizeit lesen Sie, joggen, widmen sich der Familie. Wohin geht’s in Urlaub?

Lange: Entweder an die Nord- oder Ostsee oder in die Alpen zum Wandern. Da reizen mich größere Hütten-Touren.

Sind Sie Mitglied in einem Verein?

Lange: Mal abgesehen vom Rotary-Club bin ich seit März Vorsitzender des DRK Edertal. Der Posten war vakant, man hat mich gefragt, und ich habe nicht lange gezögert. Seitdem weiß ich, wie viele Stunden ehrenamtlich von denen geleistet werden, die Menschen beispielsweise bei Unfällen helfen, oder wie aufwändig die Organisation eines Blutspendetermins ist. Für diese Menschen empfinde ich allergrößten Respekt.

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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