Bundesfreiwilligendienst: Arbeit mit Behinderten macht erwachsener

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Sie engagieren sich gerne bei den Werkstätten: (hinten von links) Jessica Wroblewski, Sophia Laudenbach und Alina Grau mit den Beschäftigten Silke Nuglisch und Michael Arbert. 

Wabern. Drei junge Frauen absolvieren den Bundesfreiwilligendienst in den Waberner Werkstätten. Das Jahr habe sie verändert, sagen sie.

Sie sind erwachsener geworden, sie tragen mehr Verantwortung und ihr Blick auf Menschen mit Handicap hat sich verändert. „Wenn ich jetzt einen Rollstuhlfahrer in der Disco sehe, denke ich nicht, dass er im Weg steht, sondern ich helfe, wenn er Unterstützung braucht“, sagt die 19-jährige Alina Grau aus Borken. Sie leistet zusammen mit Sophia Laudenbach (Wabern) und Jessica Wroblewski (Borken) ihren Bundesfreiwilligendienst bei den Waberner Werkstätten.

Nach der Schule rauskommen, Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln und etwas anderes sehen: Diese Ziele verbinden die drei. Trotz des großen Engagements war der Start im August nicht immer leicht. „Ich musster erst einmal lernen, mit den Menschen mit Behinderung umzugehen“, sagt Wroblewski. Mit der Zeit habe sie ein Gespür dafür bekommen.

Fahrdienst

So war auch der Fahrdienst zu Beginn eine Herausforderung. Die Bundesfreiwilligendienstler holen Beschäftigte der Waberner Werkstätten von Zuhause ab. Immer wieder staunen sie, wie gefühlvoll und impulsiv die Menschen mit Behinderung sind. So werden sie plötzlich umarmt oder bekommen gesagt, wie lieb sie sind. „Ich war anfangs emotional durcheinander“, sagt Laudenbach. Die drei Frauen helfen in den Waberner Werkstätten an vielen Stellen. Sie begleiten die Beschäftigten zum Essen, helfen bei der Arbeit und gehen mit ihnen zur Toilette. Bei manchen Aufgaben dachten sie zu Beginn: „Das bekomme ich nie hin. Aber jetzt ist es kein Problem mehr“, sagt Wroblewski.

„Wenn ich jetzt einen Rollstuhlfahrer in der Disco sehe, denke ich nicht, dass er im Weg steht, sondern ich helfe, wenn er Unterstützung braucht.“

Diese Erfahrungen wollen die drei Frauen nicht missen. Auch wenn es für Grau und Wroblewski nach dem Freiwilligendienst in die Verwaltung und den Einzelhandel geht: Das einjährige Engagement können sie nur empfehlen. Sophia Laudenbach hat das Jahr in ihrem Berufswunsch bestärkt. Sie möchte Lehrerin an einer Förderschule werden.

Quelle: HNA

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