Bundeswehr sieht sich gegen Terror gerüstet

Schwalm-Eder. Die Bundeswehr in Fritzlar und Schwarzenborn sieht sich gut gegen mögliche terroristische Gefahren gerüstet. Die Bedrohungsanalyse sehe Nordhessen als ruhiges Umfeld, erklärte Oberstleutnant Dirk Spengler auf HNA-Anfrage.

Spengler ist Kasernenkommandant in Fritzlar. Durch die Stationierung des Kampfhubschraubers Tiger in Fritzlar könne der Standort durchaus auch für fremde Nachrichtendienste interessant sein. Daher sei die Kaserne ein „hoch abgesicherter Bereich“. Dazu gehören Anlagen zur technischen Überwachung und zur Absicherung, über die Spengler aus Sicherheitsgründen keine Details nennen wollte.

In Fritzlar sind auch Hundestreifen im Einsatz. An der Wache stehen zivile Kräfte und keine Soldaten. Im Gegensatz zu Wachen aus den Reihen der Bundeswehr, die ständig wechseln würden, handele es sich so um Menschen, die täglich diese Arbeit leisteten, erläuterte Spengler: „Das sind absolute Profis.“ Zudem würden die Soldaten, die zumeist hoch spezialisiert seien, für andere Aufgaben eingesetzt.

Wäre ein fiktives Szenario denkbar, in dem ein Terrorist die Kaserne mit einer tragbaren Lenkwaffe angreift? „Auf dem internationalen Markt bekommt man alles“, sagte Spengler dazu. Gerade vor Einzeltätern könne man sich nur schwer schützen, das habe sich auch in Norwegen gezeigt. Doch die Lage in Nordhessen sei ruhig und die Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden gut. Neben der Absicherung im Inneren der Kaserne arbeite man im Außenbereich eng und gut mit der heimischen Polizei zusammen.

So könne es passieren, dass ein Transporter mit abgedunkelten Fenstern in einem Feld nahe der Kaserne gesichtet werde. Dann würde die Polizei gebeten, sich den Wagen näher anzuschauen. Auch bei den üblichen Streifen achte die Polizei auf Verdächtige im Kasernenumfeld.

Hintergrund:

Die Fotografen sind auf Tigerjagd Immer wieder bekommt es die Bundeswehr mit Spottern (Fotografen) zu tun. Das Wort kommt vom englischen Verb „to spot“ für entdecken. Durch den britischen Film „Trainspotting“ wurde das ungewöhnliche Hobby auch in Deutschland bekannt. Helispotter sammeln Fotos von Hubschraubern, um möglichst viele Maschinen mit unterschiedlichen Nummern zu sammeln. Auch die Bundeswehr in Fritzlar sichtet immer mal wieder Helispotter. Von außerhalb der Kaserne dürfen die Hubschrauber fotografiert werden. Fällt ein Spotter in der Nähe der Kaserne auf, werde er meist von der Polizei kontrolliert, sagte Spengler. (ode) www.helispotter.de

Quelle: HNA

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