Bundeswehr streicht nach Protesten Flüge am Naturschutzgebiet Glockenborn

Ruhe für den Glockenborn: Um die Tierwelt zu schonen, will die Bundeswehr das Naturschutzgebiet in den kommenden Wochen meiden. Unsere Fotomontage zeigt Silberreiher und einen Hubschrauber Tiger. Foto:  Brenner/Montage: Bachmann/nh

Wolfhagen. Die Bundeswehr reagiert auf Proteste von Naturschützern, Stadt Wolfhagen und Bürgern gegen den seit zwei Wochen starken Flugverkehr.

Die Bundeswehr fliegt über den Graner Berg und das angrenzenden Naturschutzgebiet Glockenborn.

Dort brüten seltene Vögel und in diesem Jahr auch der Storch. „Bei künftigen Übungsflügen streben wir eine noch größere Schonung des Naturschutzgebietes Wolfhagen an. Wir sind um größtmögliche Rücksichtnahme bemüht und reduzieren besonders in den nächsten Wochen die Übungsflüge in diesem Gebiet", erklärt Major Kieron Kleinert, Pressesprecher der Division Schnelle Kräfte (DSK) in Stadtallendorf auf HNA-Anfrage.

In der sensiblen Zeit der Brut könne ein Hubschrauber, der wie jüngst mehre Tage jeweils eine Stunde über dem Gebiet gekreist habe, die Tierwelt erheblich stören, erklärt Dieter Engelhard vom Vorstand des Nabu. Bereits vor zwei Jahren reichte der Naturschutzbund eine Beschwerde beim Regierungspräsidium in Kassel ein, um mehr Ruhe und Schutz für das Gebiet zu erwirken. Auch die Stadt Wolfhagen setzt sich dafür seit längerem ein.

Die Mitglieder der Luftsportvereinigung auf dem Graner Berg entwickelten schon vor Jahren Strategien, wie das Gebiet besser geschützt werden kann. „Wir haben mit unseren Piloten gesprochen, An- und Abflüge von Osten zu vermeiden, da das lärmsensible Naturschutzgebiet in dieser Richtung liegt“, erklärt Thomas Altmann vom Vorstand. In der Regel kreisten nur die Segelflieger über dem Glockenborn.

Konsequent zeigt sich auch die Bundespolizei. Auf Anfrage der HNA erklärt der Chef der Fuldataler Fliegerstaffel, Thomas Nagler, dass man mit Rücksicht auf das Naturschutzgebiet auf andere Flughäfen ausweiche. Bis vor zwei Jahren hatte die Bundespolizei Ausbildungsprogramme für Dienstanfänger auf dem Graner Berg absolviert.

Quelle: HNA

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