Unterbringung in Kasernen ist eher schlecht

Bundeswehr sucht Platz für Flüchtlinge in Schwalm-Eder

Schwalm-Eder. Derzeit wird überprüft, ob Flüchtlinge auch im Schwalm-Eder-Kreis in Liegenschaften der Bundeswehr untergebracht werden können.

Das sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert im HNA-Gespräch. Er führe erste Gespräche. Hessenweit schaue man sich über 80 Liegenschaften an, hieß es dazu aus dem hessischen Innenministerium. Man gebe aber keine Wasserstandsmeldungen ab.

Siebert wird deutlicher: Man könne über die Unterbringung im ehemaligen Offizierskasino in Fritzlar diskutieren. Das sei bis vor zwei Jahren noch genutzt worden und in der Hand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA). Ebenfalls in Fritzlar gebe es am Roten Rain große Freiflächen, die der BIMA gehörten. Auch darüber werde diskutiert. Und: Auf dem Parkplatz gegenüber der Fritzlarer Kaserne könne er sich Leichtbauhallen zur Unterbringung vorstellen.

Außerdem könnten dort, wo bis heute Flüchtlinge in einer Zeltstadt in Schwarzenborn lebten, Gebäude in Leichtbauweise entstehen. Es gebe in Schwarzenborn zudem Gebäude, die früher von Übenden am Truppenübungsplatz genutzt wurden und jetzt leer stünden. Man müsse prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, den Bereich von der Bundeswehr abzutrennen. Mit diesem Anliegen habe er sich auch an die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gewandt, denn das müsse die Bundeswehr beurteilen. Er gehe davon aus, dass es dort Platz für bis zu 300 Personen geben könnte.

Direkt in den Kasernen sei die Unterbringung aus Sicherheitsgründen eher schlecht möglich. Aber: „Überall dort, wo Sicherheitsgründe für die Bundeswehr eine untergeordnete Rolle spielen“, gebe es eine Option, so Siebert. Er betonte, dass die Bundeswehr bundesweit 30000 Asylbewerber in ehemaligen und in aufteilbaren, aktiven Liegenschaften untergebracht habe.

Hintergrund 

Für die Unterbringung von Flüchtlingen sollte auch die Bundeswehr ihre Standorte öffnen, das fordern Landrat Winfried Becker und die 27 Bürgermeister des Landkreises in einem Brief an den Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert (Gudensberg). Siebert ist Bundeswehr-Experte und seit Jahren im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Direkt in den Standorten in Fritzlar und Schwarzenborn sieht man beim Landeskommando Hessen der Bundeswehr keine Möglichkeit für die Unterbringung von Flüchtlingen, hieß es auf HNA-Anfrage. Grund sei die militärische Sicherheit. In Fritzlar sei der Kampfhubschrauber Tiger stationiert, in Schwarzenborn stünden Munitionsbehälter.

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Quelle: HNA

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