Lindenstraße 22: Daniel Dorer (13) aus Bad Emstal unterstützt krebskranke Kinder

Bunte Sterne der Hoffnung

Hilft kranken Kindern: Daniel Dorer aus Bad Emstal bastelte in seiner Freizeit Fröbelsterne. Der Junge hat die Sterne verkauft und den Erlös dem Kinder Krebs Verein Kassel gespendet. Foto: Thon

Balhorn. Daniel hatte eine Mission. 1000 Euro sollten es werden. Mit seinem Projekt ist er weit über das Ziel hinausgeschossen.

Am Ende waren es 2056 Euro. Das Geld schenkte der 13-Jährige, der in Balhorn in der Lindenstraße 22 lebt, Kindern, die das durchmachen wie er vor einigen Jahren. Für den Kinder Krebs Verein Kassel bas- telte Daniel seit August Fröbelsterne. Jetzt hat er die Summe an Ver einsvorsitzende Frauke Döring übergeben.

Seit dem Sommer ist eine stattliche Menge zusammengekommen. „800 Euro sind es mindestens“, lacht der zierliche Junge. Daniel strahlt über das ganze Gesicht. Das war Ende November. Mit seiner Sammlung bunter Sterne ging er im Advent von Tür zu Tür. Auf Weihnachtsmärkten verkaufte Daniel Dorer das Ergebnis seiner Bastelarbeit. In den Kindergärten in Bad Emstal und in der Kirche ist er seine bunte Weihnachtsdeko los geworden. Und in Grifte, wo seine Oma in der Gaststätte Zur Linde Spenden für krebskranke Kinder sammelte. Die Familie steht ihm bei seinem Projekt zur Seite. Sie erzählt den Menschen von der Arbeit der Kinder Krebs Vereins und bittet um Unterstützung.

Hoffnung dringend nötig

Mit seiner Spende will Daniel etwas von der Hoffnung zurückgeben, die ihm der Verein schenkte und von der er weiß, dass sie die kranken Kinder dringend benötigen.

Tumor im Kleinhirn

Es war im Jahr 2006, als die Ärzte in seinem Kleinhirn einen Tumor entdeckt hatten. Der damals Siebenjährige wurde operiert, bestrahlt und bekam Chemotherapie. Daniel verlor rapide an Gewicht, musste über einen Katheder ernährt werden. Monate später saß Daniel im Rollstuhl. Die Ärzte hatten ihm Ausfälle seines Gleichgewichts und den Verlust seiner Feinmotorik prophezeit. Doch Daniel kämpfte sich zurück.

Der Verein für krebskranke Kinder hatte daran einen großen Anteil. Er kümmerte sich, spendete in schweren Stunden Trost und schenkte ihm und seiner Familie einen Urlaub. Daniel lernte wieder laufen. Heute fährt er Fahrrad und macht gemeinsam mit seinem Großvater Laubsägearbeiten.

„Papa hat einen hinbekommen, aber dann gesagt, dass er das nie wieder macht.“

Und Daniel bastelt Fröbelsterne. Große und winzig kleine, für deren Entstehen er millimetergenau mit der Pinzette hantiert. Heute ist seine Feinmotorik besser als die manch anderer. Vielen, denen Daniel gezeigt hat, wie man Fröbelsterne anfertigt, ist das Werk entweder nicht gut gelungen oder sie haben sehr schnell die Geduld verloren. „Papa hat einen hinbekommen, aber dann gesagt, dass er das nie wieder macht“, lacht der 13-Jährige, der an einem Tag 36 Sterne schonmal gefaltet hat.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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