Playmobil-Fans aus ganz Deutschland kommen nach Bad Emstal

+
Mit Westernstadt zur Ausstellung: Seit seiner frühen Kindheit ist Jürgen Kleinhans Fan von Playmobil. Am 29./30. September richtet er im Kurhaus in Sand eine Schau aus, bei der 40 Sammler aus Deutschland und der Schweiz ausstellen werden.

Balhorn. Als er sich zu seinem 19. Geburtstag die nagelneue Pirateninsel von Playmobil wünschte, zeigten ihm seine Eltern einen Vogel. Mit einem ungläubigen Lächeln bereiteten sie Jürgen Kleinhans die Freude, so wie schon bei ähnlichen Anlässen zuvor.

Inzwischen sind mehr als 20 Jahre vergangen, und der Balhorner ist Herr über eine gewaltige Playmobil-Sammlung. Die ist in 50 Umzugskartons verstaut und türmt sich in seiner Wohnung. Die Faszination für sein Hobby will Kleinhans demnächst bei einer Ausstellung mit Besuchern aus ganz Deutschland teilen.

Am Wochenende des 29. und 30. September werden im Kursaal in Sand 15 verschiedene Szenerien präsentiert. Die Dioramen entführen die Betrachter in Ritterburgen, Feenwelten, Reiterhöfe, Indianerdörfer und ins Strandleben. Für viele könnte der Besuch zu einer Reise in die eigene Kindheit werden. Denn Playmobil-Spielzeug gehörte in fast jedem Kinderzimmer zur Standardausrüstung. Aus Deutschland und der Schweiz rücken um die 40 Aussteller nach Bad Emstal an. Besucher erwartet Kleinhans aus der gesamten Republik.

Der Organisator beteiligt sich mit einer Westernstadt. Zusammen mit einem Bekannten aus der Schweiz hat der 40-Jährige zunächst am Computer ein Modell entworfen. Auf einer Fläche von sieben mal zwei Metern werden beide ihrem Fantasieprojekt Leben einhauchen. Detailverliebtheit ist ein Schlüssel zum Erfolg. Mit Sprüh- und Modellbaufarbe werden Bauelemente verändert. Dremel und Säge kommen ebenfalls zum Einsatz, um die Szenerie zu perfektionieren. Die Häuser der Stadt dürften nicht zu dicht stehen, sagt Jürgen Kleinhans – in den Straßen muss Platz für Leben sein.

Mit drei Jahren hielt der Balhorner seine erste Playmobilfigur in den Händen. Heute findet seine zweieinhalbjährige Tochter bereits Gefallen an den farbenfrohen Szenen. „Sie lässt die Figuren ganze Dialoge sprechen“, sagt Kleinhans und lacht. Zum Aufbau von Teilen seiner Sammlung ist er in den vergangenen Jahren nur noch selten gekommen. Sein Hobby hat sich verlagert in die Foren des Internets. Täglich tauscht er sich dort mit Gleichgesinnten aus und kommentiert Dioramen.

Die Idee zur Ausstellung entwickelte Kleinhans in den zurückliegenden Monaten. In der Vergangenheit hatte es große Schauen mit bis zu 3000 Besuchern in Wolfsburg gegeben – die letzte im Jahr 2010. Für die sollte ein Ersatz her. „Na ja, und Bad Emstal liegt nun mal in der Mitte Deutschlands“, sagt der Sammler. Er hofft, dass am letzten Septemberwochenende wenigstens 200 Menschen den Weg nach Bad Emstal finden. Für Kinder dürften die Dioramen eine Entdeckung sein. Und natürlich für Erwachsene, die sich ein Stück Kindheit bewahrt haben.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

Kommentare