Mehr als 100 Zuschauer

Burg wurde zur Bühne: Kultursommer-Aufführung von „Daumesdick“

Klein, aber oho: Stefan Becker stellte den Daumesdick mit der Fingerpuppe dar.

Felsberg. Grimms Märchen verzaubern Kinder und ihre Eltern immer wieder aufs Neue. Das zeigte sich am Sonntag auf der mittelalterlichen Felsburg.

Aus Anlass des Kultursommers Nordhessen präsentierte Stefan Becker vom Spielraum-Theater Kassel das Märchen Daumesdick frei nach den Brüdern Grimm. Die rund 110 Gäste waren begeistert. Im Stück geht es um den Sohn des Bauern Anton, der nur so groß wie ein Daumen ist und allerlei Abenteuer besteht: Er bringt zum Beispiel die Kuh Berta zum Eierlegen.

„Toll gemacht, vielen Dank”, verabschiedete sich Irmtraud Kinnback von Stefan Becker. Das war nur eine von vielen positiven Stimmen. Das Felsberger Kinder- und Frauenbüro und der Burgverein hatten die Aufführung organisiert und freuten sich über die gute Resonanz.

Stefan Becker war erstmals auf der fast 1000 Jahre alten Burg und schwärmte am Ende der Aufführung: „Ich bin zutiefst beeindruckt. Es ist unbeschreiblich schön hier - einfach traumhaft.” Den Platz im Burginnenhof findet er heimelig: „Die Akustik ist sehr gut, die Zuschauer gehen mit - es war super.” Für Kinder sei eine ebenerdige Fläche das Beste, findet Becker.

„Eine herrliche Kulisse für solche Aufführungen - das verlangt nach mehr”, sagte Erik Herzog. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises des Felsberger Burgvereins, der Jahr für Jahr in über 1500 Stunden die Felsburg pflegt und instand hält.

Ein guter Ort für Kleinkunst

Der Daumesdick war bereits die zweite Aufführung im Rahmen des Kultursommers. „Es hat viel Spaß gemacht”, sagte Hans Poth, der Kulturwart des Burgvereins.

Nach den Worten Poths bietet sich die Felsburg für Kleinkunst-Veranstaltungen an. Er denkt dabei an Dichter-Lesungen, Musikveranstaltungen, weitere Märchenaufführungen, Puppenspiele sowie Aufführungen von Schülern. „Gottesdienste und Chorsingen auf der Burg sollen beibehalten werden”, sagt Poth.

Wichtig sei, das Alleinstellungsmerkmal der drei Felsberger Burgen herauszustellen. Die architektonisch herausragenden Merkmale der mittelalterlichen Felsburg als ehemaliger Wehr- und Wohnbau seien einmalig in Nordhessen.

Poth wünscht sich, dass die Felsburg mehr als bisher in den Tagestourismus einbezogen wird. So könnten die Gäste beispielsweise die Burg, den Weinlehrpfad am Böddiger Berg, das Bienenkundemuseum auf der Karthause, den Ars Natura, den Heiligenberg sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Gensungen besuchen.

Fotos von der Vorführung

Burg würde zur Bühne

Notwendig sei eine bessere Darstellung im Internet der Stadt, findet Poth. So fehlten zum Beispiel Ansprechpartner und Öffnungszeiten verschiedener Einrichtungen.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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