Burgruine wurde saniert

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Luftaufnahme Weidelsburg: Auf einem 492 Meter hohen Basaltkegel liegt das Wahrzeichen des Wolfhager Landes.

Ein Bauwerk, das bereits im späten Mittelalter erbaut wurde, darf in der Zwischenzeit durchaus ein paar Mängel haben. Die Weidelsburg bei Wolfhagen ist die größte Burgruine Nordhessens und ein beliebtes Ausflugsziel, das Jahr für Jahr über 5000 Tagesbesucher anlockt.

Damit dies so bleibt, engagierten sich ein Förderverein und Hessen-Forst für den Erhalt der Burg.

Die auf einem 492 Meter hohen Basaltkegel gelegene Weidelsburg, ein hervorragendes Baudenkmal und Wahrzeichen des Wolfhager Landes, hatte ihre Blütezeit in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter dem als Amtmann wirkenden Ritter Reinhard von Dalwigk. Die Aufgabe der Burg als Amts- und Wohnsitz erfolgte in 1591, da sie strategisch bedeutungslos geworden war. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erwachte in der Bevölkerung wieder ein breites Interesse an Burgen und Schlössern.

Als Startschuss der Freilegungsmaßnahme fand im Juli 1930 ein Weidelsburgfest im Ruinengelände sowie im Basaltbruch Katzenloch statt, an dem damals 3000 Menschen aus dem Wolfhager Land teilnahmen. Die Anfahrt erfolgte unter anderem mit Pferdefuhrwerken, Leiterwagen, aber auch zu Fuß.

Als 1979 im Rahmen einer Hauptbaubesichtigung durch das Staatsbauamt gravierende Baumängel am Gemäuer und am Treppenaufgang zur Plattform (durchgerostete Unterzüge) auf dem Ostturm festgestellt wurden, war das Land Hessen als Eigentümer, vertreten durch das damalige Forstamt Wolfhagen, gezwungen, die gesamte Burganlage zu sperren.

Damals gründete sich auch die Aktionsgemeinschaft „Rettet die Weidelsburg“, aus welcher der heutige Förderverein zur Erhaltung der Weidelsburg e.V. hervorgegangen ist und in denen sich engagierte Bürger, Vereine der Region sowie die Städte Naumburg und Wolfhagen und der Zweckverband Naturpark Habichtswald zusammenschlossen.

Von 1979 bis 1987 fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am gesamten Ruinenbestand statt. Nach dem im Ostturm ein neuer verzinkter eiserner Treppenaufgang mit Plattform eingebaut war, erfolgte bereits im Sommer 1982 wieder die Freigabe für den Besucherverkehr.

Jedoch nagte der Zahn der Zeit weiter an der Burgruine. Dies bestätigte ein von der Aktionsgemeinschaft im Februar 2008 in Auftrag gegebenes Baugutachten. Hessen-Forst leitete bereits im Mai 2008 umgehend notwendige Sanierungsmaßnahmen ein. Bis 2014 wurden rund eine Million Euro investiert, unter anderem in die Komplettsanierung des West- und Ostturms, die inneren Zwingermauern am Ippinhäuser und Naumburger Tor sowie die südliche Ringmauer, den südlichen Torturm und den Halbschalenturm und die Sicherheitsgeländer.

Mit einem Kostenvolumen von rund 150 000 Euro aus Spenden- und Fördergeldern erfolgte im gleichen Zeitraum der Ausbau der Weidelsburg zu einem außerschulischen Lernort.

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Auf Grund der Initiative des Fördervereins erfolgte unter anderem eine Rekonstruktion des Neidkopfes, die Erstellung bauwissenschaftlicher Gutachten, der Bau eines spätmittelalterlichen Weidelsburgmodells , die Sanierung der Toilettenanlage und der Anbau eines Gerätelagers mit Zisterne. Eine Nachbildung eines Fallgatters mit Zugkette und Kettenrolle sowie der Einbau einer neuen Tür im Ostturm wurden vorgenommen, der Einbau von vier Panoramatafeln auf den Mauerkronen des Ostturmes, Errichtung einer Wehrplattform, Erstellung eines Info-Leitsystems und der Umbau der Schutzhütte zu einem Infozentrum mit Kiosk.

Während im Rahmen eines gemeinsamen Pflegeplans der Förderverein mit dem Naturpark Habichtswald die Pflege und Unterhaltung der Burganlage im Rahmen des außerschulischen Lernorts vornimmt, wird Hessen-Forst 10 000 bis 20 000 Euro jährlich in die Bauunterhaltung der Weidelsburg investieren.

(zgi)

Quelle: HNA

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