Inselkirmes beginnt

Burschenschaft aus Berge setzt Zeichen für Toleranz

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Kirmesburschen gegen Rechts

Berge. Die Kirmesburschen aus Berge setzen ein deutliches Zeichen gegen Rechts. Denn für sie ist klar, wenn sie ab Freitag ihre Inselkirmes feiern, dann wollen sie das so bunt wie möglich.

„Mit allen Menschen, die Lust haben, mit uns zu feiern“, sagt Kirmesmutter Jana Krug. Damit kämpfen die jungen Leute aus dem Homberger Stadtteil zugleich gegen einen Ruf, der ihnen seit über einem Jahr anhaftet: „Es wird behauptet, dass wir rechts sind. Aber da ist nichts dran“, sagt Jana Krug.

Ihr ist wichtig, dass es bei der dreitägigen Kirmes keinen Ärger gibt. „Es soll alles in Ruhe ablaufen und alle Spaß haben“, fügt sie an. „Wir sind nicht fremdenfeindlich“, betont auch Kirmesvater Dominik Dreytza. Für mehr Toleranz Um das zu untermauern, feiern sie ihre Kirmes mit Unterstützung des Projekts „Gewalt geht nicht!“ des Schwalm-Eder-Kreises. Das machen sie auch sichtbar: Ein Plakat des Projekts wird an der Zeltwand angebracht.

Gemeinsam will die Burschenschaft so für Toleranz einstehen. Und das nicht nur während der Kirmes: „Wir werden uns zusammensetzen und miteinander nach Lösungen suchen, wie die Burschenschaft diesen Ruf wieder los werden kann“, sagt Stephan Bürger, Koordinator von „Gewalt geht nicht!“. Ein erster richtiger Schritt sei es, dass der Kontakt zwischen den Jugendlichen und der Gruppe entstanden sei. „Ich finde es total gut, dass sie sich kümmern“, so Bürger.

Bereits vor der Veranstaltung haben die jungen Leute nicht nur Kontakt mit Bürger, sondern auch mit der Polizei aufgenommen. „Um zu zeigen, dass sie einen Schritt nach vorne gehen und sich klar positionieren“, sagt Bürger. Dieses Zeichen gegen Rechts sei wichtig, erklärt er. Und macht zugleich auch deutlich, dass man auch mit der Musikauswahl während einer Kirmes ein Zeichen setzen könne. So fischten zum Beispiel Bands wie Freiwild am rechten Rand.

Wie das Gerücht überhaupt aufgekommen ist, erklärt Jana Krug so: „Nach einer Geburtstagsfeier, bei der einige Kirmesburschen anwesend waren, gab es Streit und anschließend hieß es, wir hätten rechte Parolen gerufen.“ Die Polizei habe sogar ermittelt, doch seien alle Ermittlungen eingestellt worden. „Weil es nicht wahr war.“ Weil es bei der vergangenen Inselparty zudem eine Schlägerei gab, setze man nun auf Security-Personal.

Der schlechte Ruf verbreite sich nicht nur im Dorf, sondern auch in sozialen Netzwerken wie Facebook rasend schnell. Dagegen sei die Burschenschaft machtlos, so Krug. Daher hoffe man nun auf die Hilfe von „Gewalt geht nicht!“. „Damit mit dem Gerede endlich Schluss ist.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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