Studentin Hanna Lena Reich reist für ihre Abschlussarbeit nach Tansania

Busreise ins Ungewisse

Ein Überlandbus in Tansania: Die Menschen beladen den Bus. Ob Getreide oder Huhn, alles muss mit. Auch Hanna Lena Reich aus Nausis wird sich mit auf die Reise begeben. Fotos: Privat

Neukirchen. Mit dem Überlandbus durch Tansania reisen, dies ist in den nächsten Monaten das Ziel von Hanna Lena Reich. Die 25-Jährige aus Nausis studiert an der Universität Bayreuth Kultur- und Sozialanthropologie. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird sie die Einheimischen auf einer Reise durch das ganze Land begleiten.

Zwei Strecken wird sie mit dem Bus zurückgelegen. Eine davon führt 1300 Kilometer von Daressalam an der Ostküste in den Westen des Landes nach Kigoma. Dies ist die längste Busstrecke im ganzen Land. Gefördert wird die Studentin von der Universität und der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Die Überlandbusse sind für die Menschen in Afrika das wichtigste Verkehrsmittel, um große Strecken zurückzulegen. Busse machen es möglich, die Verwandten in der Ferne zu besuchen oder auch zu weiter entfernten Geschäftspartnern zu gelangen. Das Busfahren ist Teil der afrikanischen Kultur. Die Busse sind für viele Menschen notwendiger Bestandteil ihres Lebens, da sie nur so mobil sein können. Hanna Lena Reich will herausfinden, wie die Menschen die Transportmittel nutzen und warum. Ihre Forschungsarbeit untersucht das Verhalten auf der Reise und im Umgang mit den anderen Passagieren.

Es sei ihr wichtig mit den Menschen direkt in Kontakt zu treten und mit ihnen das Erlebnis der Busfahrt zu teilen. „Dies sei dann auch direkt eine gute Gesprächsgrundlage“, sagt Hanna Lena Reich.

Der Langstreckenverkehr in Tansania sei mühsam. Die Busse seien in schlechtem Zustand, die Straßen holprig und der Fahrer unter Zeitdruck, doch es entsteht Raum zum Austausch und zur Kommunikation, berichtet die Studentin.

Hanna Lena Reich möchte mehr erfahren über die Menschen, die diese beschwerliche Reise auf sich nehmen. Es sind Fragen nach deren Motiven und Lebensumständen. Die Ergebnisse der Studie wertet sie in ihrer Abschlussarbeit aus. Die Nausisserin dringt damit in unerforschtes Gebiet ein. „Hier gibt es bisher kaum Forschungsergebnisse“, sagt sie. Aber genau das sei für sie der besondere Reiz an diesem Thema.

Trotz der Planung des Projektes lässt die Studentin immer auch Raum für Unerwartetes. Die Reise könne sich in viele Richtungen entwickeln und die Ergebnisse seien ungewiss, erklärt sie. So bleibt die Reise auch trotz aller umfangreichen Vorbereitungen ein großes Abenteuer für die Studentin.

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

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