Das beschauliche Kleinropperhausen überzeugt mit seiner Lebensqualität

Busse fahren ab der City

Historischer Löschwagen: Norbert Miltz zeigt die Geräte Fotos: Herbst

Kleinropperhausen. Ziemlich bunt ist das kleine Dorf an der Landstraße zwischen Neukirchen und Ottrau. Ein dunkelbraunes, modernes Holzhaus steht direkt neben einem schwarz-weißen, urigen Fachwerkhaus. Einen Steinwurf weiter strahlt das dezente Crème eines Neubaus. Dazwischen jede Menge Grün – Wald, Wiesen, Berge und Hügel.

64 Einwohner hat Kleinropperhausen und die fühlen sich „pudelwohl“ in ihrem Dorf, sagt Förster Uwe Klinke. Er ist vor 24 Jahren in den Ortsteil von Ottrau gezogen. „Eigentlich müssen wir gar nicht mehr in den Urlaub fahren“, sagt Klinke schmunzelnd.

Stattdessen kommen die Urlauber nach Kleinropperhausen. Gerlinde Heimbächer und ihr Mann Kurt vermieten Ferienwohnungen. Seit vielen Jahren kommen die Ferienbesucher aus dem Ruhrgebiet ins Dorf und genießen de Ruhe und die Landschaft. Gerlinde Heimbächer ist selbst eine Zugezogene. „Man weiß ja nie wo die Liebe hinfällt. Bei mir ist sie auf den Misthaufen gefallen“, sagt Heimbächer mit einem Augenzwinkern.

„Das Dorf ist ziemlich international“, sagt Ortsvorsteherin Nicole Brethauer. Sie meint damit eine Familie aus Brasilien, die im Juni ein Haus gekauft hat und zwei Holländer, die ihr Ferienhaus im Ort haben.

Überalterung der Bewohner und leerstehende Gebäude wie in anderen Dörfern treffen Kleinropperhausen nicht. Häuser stünden normalerweise nicht länger als ein halbes Jahr leer bis wieder jemand einziehe, sagt Heinz Simon.47 der Bewohner sind unter 65 Jahre. Ein Drittel der Bewohner sind in der Freiwilligen Feuerwehr. „Als wir vor fünf Jahren hier eingezogen sind, wurde mein Mann mit den Worten begrüßt: Herzlich Willkommen, du bist jetzt in der Feuerwehr“, erzählt Nicole Brethauer. Zwei bis drei Übungen pro Jahr organisiert die Dorffeuerwehr. Im Dorfgemeinschaftshaus treffen sich die Bewohner zum Stricken und Kaffee trinken.

Mobiler Händler

Geschäfte oder Restaurants gibt es nicht. Zwei Mal die Woche kommt ein mobiler Lebensmittelhändler und versorgt die Dorfbewohner mit allem Notwendigen. Die Kinder werden morgens von Kindergarten- oder Schulbussen in der „City“ abgeholt, wie die Kleinropperhäuser liebevoll ihren Dorfkern nennen. „Ein Auto sollte man schon haben, sonst wird es schwierig“, sagt Nicole Brethauer.

Neben der Mobilität ist auch die Erreichbarkeit schwierig. Mobiltelefone haben im Dorf keinen Empfang. Wer telefonieren möchte, muss aus dem Ort raus und einen Hügel erklimmen. Da oben gibt es Handyempfang. Und einen schönen Ausblick auf das bunte Dorf.

Von Ann-Kristin Herbst

Quelle: HNA

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