Fünftenweg in Ziegenhain soll vom Schwerlastverkehr befreit werden

Der Busverkehr soll raus

Ziegenhain. Der Fünftenweg in Ziegenhain soll in Zukunft für den Bus- und Schwerlastverkehr gesperrt werden. Dem stimmte die Schwalmstädter Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung in der Ziegenhainer Kulturhalle einstimmig bei einer Enthaltung zu.

Gelten soll die Sperre von der Einfahrt Hessenallee bis zur Einmündung Loriolstraße im Bereich des Schwimmbades. Für den Kindergartenbus soll eine Sondergenehmigung ausgestellt werden. Einen Antrag zu diesem Thema hatten gemeinsam die Fraktionen der CDU, FWG und Grüne formuliert.

CDU-Sprecher Karsten Schenk sprach in seiner Begründung von zahlreichen Beschwerden der Anwohner, und das seit mehreren Jahren. Der Busverkehr nutze den Fünftenweg als Abkürzung, das sei mit den Verkehrsgesellschaften NSE und RKH mehrfach thematisiert worden.

Wenn ein Bus einem Autofahrer entgegenkomme, reiche der Platz nicht aus, weil die Straße nicht breit genug sei.

Außerdem gelte an den Straßeneinmündungen in den Fünftenweg die Rechts-vor-Links-Regel, was den Verkehr zusätzlich erschwere. „Und dabei haben wir super Umgehungsstraßen“, sagte Schenk mit Blick auf die Bundesstraßen.

Starke Belastung

„Das ist für die Anwohner eine starke Belastung“, meinte FWG-Sprecher Hans Ulrich Gielsdorf mit Blick auf den Bus- und Schwerlastverkehr. Ein Problem seien auch die hiesigen Fahrschulen, die mit ihren Lastwagen samt Anhängern über Seitenstraßen in den Fünftenweg einfahren und dabei die Verbotsschilder am Eingang der Straße ignorierten. Und: „Die Busse können auch außen herumfahren“, sagte Gielsdorf.

Als einen ersten Schritt zum Schutz von Menschen im Wohnbereich lobte Grünen-Sprecherin Margitta Braun die Initiative.

In Schwalmstadt habe noch der Autoverkehr generell noch starken Vorrang, nun ginge es es auch um den Schutz der Anwohner. „Ein bisschen was muss man auch hinnehmen“, sagte SPD-Sprecher Michael Schneider. Auch die Anwohner an anderen Straßen im Stadtgebiet seien durch den Straßenverkehr belastet. Nach dem Gleichbehandlungssatz müsse es für eine Neuregelung im Fünftenweg eine saubere Begründung geben.

Ein Gegenbeispiel sei der Parkplatz-Verkehr am Schwalmgymnasium: Dort habe die Stadt auch ordnend eingreifen sollen, es aber nicht getan, und die Situation habe sich selbstständig geklärt.

Gewiefte Autofahrer

Als Ortspolizeibehörde könne die Stadtverwaltung den Sachverhalt nur prüfen, die Anordnung müsse letztendlich von der Verkehrsbehörde kommen, erklärte Bürgermeister Wilhelm Kröll. An dem Antrag sei einiges richtig, „der gewiefte Autofahrer nimmt die kurzen Wege“, meinte Kröll. Für eine Sperre für den Bus- und Schwerlastverkehr bedürfe es vieler Schilder.

Verstärkte Geschwindigkeitskontrollen vor dem Kindergarten seien ebenso notwendig wie das Einwirken auf die Busfahrer. Trotz der Kosten: Den Antrag geltes es ernsthaft zu prüfen.

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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