Für ein Jahr bleibt die Gaststätte

Campingplatz-Pächter muss gehen: Stadt kündigt Vertrag

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Er gehört nicht mehr dazu: Uwe Trinter vor der Schranke des Spangenberger Campingplatzes, den er bis jetzt führte. In diesem Jahr übernimmt Schwimmmeister Jörg Heidemeyer die Regie. 

Spangenberg. Um das Spangenberger Freibad zu retten, musste die Stadt dem jetzigen Pächter des Campingplatzes kündigen. Er sucht nun einen neuen Job - und eine Bleibe.

Die Kündigung kam für Uwe Trinter nicht ganz unerwartet. Es waren schon zu viele Gerüchte durch Spangenberg und über den Campingplatz gegeistert, als dass der 54-Jährige überrascht war, als er das Schreiben der Stadt erhielt.

Sie informierte ihn, dass mit dem neuen Jahr auch ein neuer Pächter die Regie über den Campingplatz am Freizeitgelände übernehmen würde: Der bisherige städtische Schwimmmeister Jörg Heidemeyer wird ab Sommer nicht nur das Liebenbachbad, sondern auch den benachbarten Campingplatz führen.

Uwe Trinter bleibt die Gaststätte, die er bislang zusammen mit dem Platz geführt hat. Für ein Jahr. Dann läuft auch dieser Vertrag aus. Das will der 54-Jährigen nutzen, um sich nach einem neuen Arbeitsplatz und nach einer neuen Bleibe umzuschauen. Seine jetzige Wohnung befindet sich im selben Gebäude wie das Lokal. Klar ist für ihn bislang nur, dass er im Gastronomiegewerbe bleiben will.

Trinter will sich nun nach einem neuen Lokal umschauen, nach einem, das er wieder allein, also ohne großen Personalbedarf, führen kann. Bis August, September, das ist sein Ziel, will er einen neuen Job gefunden haben.

Ganz leicht werde das aber wohl nicht werden, sagt er und verweist auf sein Alter, seinen nicht allzu guten körperlichen Zustand und die Tatsache, dass er 20 Jahre lang in der Gastronomie selbstständig war. „Da würde es wohl jedem schwer fallen, vom Befehlsgeber zum Befehlsempfänger zu werden.“ Wenn alle Stricke reißen, wird er sich nächsten Winter eine Wohnung in Kassel nehmen, wo er Familie hat: „Im schlimmsten Fall gehe ich in Hartz IV.“

Sieben Jahre lang hat Trinter den Betrieb auf dem Platz und im angrenzenden Lokal geführt. Eigentlich, so sei sein Plan gewesen, habe er bis zur Rente auf dem Spangenberger Platz bleiben wollen. Reichtümer habe er dort zwar nicht erwirtschaftet, doch hätten die Einnahmen immer zum Überleben gereicht. „Goldgruben sehen ganz anders aus“, sagt Trinter.

Wie hoch diese Einnahmen waren, hätten weder die Stadt noch der neue Pächter wissen wollen. Uwe Trinter erstaunt es, dass sich sowohl die Stadt als auch sein Nachfolger mit Hochrechnungen zufrieden geben. „Hoffentlich gehen die Kalkulationen auf“, sagt er. Seine Gaststätte am Freizeitgelände hat er übrigens weiterhin täglich ab 17 Uhr geöffnet.

Von Claudia Brandau

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Quelle: HNA

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