Cannabis, Amphetamine: Supermärkte als Treffpunkt für Drogen-Szene

Cannabis, Amphetamine, Heroin: Nach Aussage eines Zeugen vor Gericht sind auch in Treysa alle Drogen zu haben. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Die Brücke am Getränkemarkt am Walkmühlenzentrum in Treysa ist offenbar nicht nur ein Treffpunkt der Trinker-Szene, auch harte Drogen machten dort des Öfteren die Runde.

Dies behauptete kürzlich ein 17-Jähriger vor dem Amtsgericht in Treysa. Es ging um Drogenhandel. Von Marihuana über Amphetamine bis hin zu Heroin und Crystal Meth (extrem aufputschendes Pulver in kristalliner Form) seien dort sämtliche Betäubungsmittel im Umlauf.

Ein Phänomen, das die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis nicht nur in Schwalmstadt beobachtet. „Dieses Problem gibt es in allen Städten im Landkreis an Getränke- und Einkaufsmärkten, da sie von früh morgens bis 22 Uhr geöffnet haben. Dort halten sich meist Personen auf, die der Trinker-Szene zugerechnet werden können, zu bestimmten Zeiten aber auch vermehrt Menschen, die wir durchaus der Drogenszene zuordnen“, bestätigte Polizei-Sprecher Markus Brettschneider.

Die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz verzeichnet die Polizei im Landkreis im Zusammenhang mit Cannabis und Amphetaminen. Dauerhafte „Drogen-Hotspots“ gäbe es im Schwalm-Eder-Kreis aber nicht, sagte Brettschneider. Vielmehr würden illegale Drogengeschäfte in Privatwohnungen abgewickelt und dort auch konsumiert.

Unter den Drogen-Dealern seien Täter in fast allen Altersstufen, vom Schüler bis zum Senior. Meist handele es sich um ortsansässige Personen, die auch selbst Drogen konsumieren. Die Polizei führe deshalb regelmäßig verdeckte und offene Kontrollen durch. „Die Ergebnisse sind aber meist mäßig“, so Brettschneider. Der Grund dafür sei, dass Drogen-Deals an diesen Treffpunkten häufig zwar vereinbart würden, die Übergabe aber später in Wohnungen stattfinde.

529 Fälle von Drogenmissbrauch

Laut Kriminalstatistik gab es im vergangenen Jahr 529 Fälle von Drogenkriminalität im Schwalm-Eder-Kreis, im Jahr zuvor waren es 490 Fälle. Regelmäßige Kontrollen im Straßenverkehr und an bekannten Örtlichkeiten hätten zu einer höheren Aufklärungsquote geführt, sagte Brettschneider. Zudem beteiligt sich die Polizei am Präventionsprojekt „HaLt“ des Schwalm-Eder-Kreises. Weiterhin bietet der Landkreis Beratung und Therapie. Neben der Jugend- und Drogenberatungsstelle in Homberg gibt es noch die vom Landkreis geförderte Beratungsstelle der Hephata-Diakonie in Treysa.

• Nähere Infos: www.beratungsstelle-schwalm-eder.de

Quelle: HNA

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