Der 47-Jährige tritt als unabhängiger Kandidat an

Carsten Röhl will Wolfhagen managen

Standpunkt: Carsten Röhl, unabhängiger Bürgermeisterkandidat für Wolfhagen, am Hellen Platz am Eingang zum Stadtwald. Foto:  Welch

Wolfhagen. Die alten Riesen am Hellen Platz stehen wie mächtige Wachposten am Eingang des Wolfhager Stadtwaldes. Wenn sie reden könnten, wäre sicherlich manche spannende Geschichte zu erzählen. Und Carsten Röhl würde wohl interessiert zuhören.

Der passionierte Motorradfahrer und Badmintonspieler, der Wolfhagens neuer Bürgermeister werden will, hat ein Faible für Geschichte. Besonders die Militärhistorie in Wolfhagen interessiere ihn, aber auch die Sozialgeschichte in der Gegend, berichtet er. Überhaupt sei er nach wie vor mit seiner Heimat Wolfhagen eng verbunden. Er habe das Geschehen in der Stadt immer genau verfolgt, auch wenn er seit vielen Jahren in Südhessen lebt. Er fahre aber jedes zweite, dritte Wochenende nach Wolfhagen. Im Herzen sei er Nordhesse, die Ahle Wurscht gehöre im Süden des Landes für ihn persönlich ebenso dazu wie das „KS“ auf seinem Autokennzeichen, „das ich immer hatte“. Jetzt, in den Wochen vor der Wahl, ist er allerdings ganz in Wolfhagen, wo seine Eltern wohnen.

„Die Diskussionskultur ist mangelhaft, essentielle Diskussionen werden in Wolfhagen an der Bevölkerung vorbei geführt.“

Röhl will die Wähler davon überzeugen, damit sie ihm das Vertrauen am Wahlsonntag schenken. Er will den Wechsel im Rathaus, Amtsinhaber Reinhard Schaake nach fast zwölf Jahren ablösen. Er macht keinen Hehl aus seiner Auffassung: „Die Diskussionskultur ist mangelhaft, essentielle Diskussionen werden in Wolfhagen an der Bevölkerung vorbei geführt.“ Das Wort Trickserei kommt ihm über die Lippen. Röhl gefällt nicht, wie manche Themen in Ausschüssen und Stadtverordnetensitzungen teilweise behandelt werden, für ihn ist das auch Ausdruck fehlender Transparenz.

Der Kandidat, der sich als überzeugter Sozialdemokrat bezeichnet, auch wenn es zu keiner Liaison mit der hiesigen SPD gekommen ist, spricht von einer oberflächlichen Politik in der Stadt. Einer Politik mit „handwerklichen Fehlern, weil die Begleitung aus dem Rathaus fehlt“.

Röhl skizziert sein Bild eines Bürgermeisters, „er ist Verwaltungschef, Behördenleiter und politischer Akteur, Letzteres sehe ich hier nicht“. Wolfhagen müsse gemanagt werden, „nicht nur repräsentiert“. Zur aktuellen Debatte, einer möglichen Öffnung der Stadtwerke Wolfhagen mit einer Energiegenossenschaft, meint Röhl: „Wie kann ich einen Grundsatzbeschluss fassen, wenn ich noch nicht weiß, welche juristische Konstellation machbar ist.“ Er sei gegen eine Öffnung der Stadtwerke „in dieser Art“. Ohnehin gehörten die Stadtwerke schon mittelbar den Bürgern.

Bürgerbüro

Sollte ihn das Wählervotum an die Spitze im Rathaus führen, will Carsten Röhl zügig ein Bürgerbüro in der Stadt, etwa an der Schützeberger oder der Mittelstraße einrichten. Dort sollen die Wolfhager beispielsweise Antragsformulare erhalten, ihre Anliegen direkt vortragen können. Bis zum Wahltermin wird er für sich und sein Konzept werben und ungeduldig den Tag der Entscheidung herbeisehnen, denn, sagt Röhl über sich: „Ich kann auch ungeduldig sein.“

Fünf Fragen an Carsten Röhl

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Wolfhagen?

Carsten Röhl: Der Bereich des Hellen Platzes am Eingang zum Wolfhager Stadtwald. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Wolfhagen und das Wolfhager Land. Ein guter Rückzugspunkt zum Ausspannen, Nachdenken und Kraft tanken.

Welchem Verein drücken Sie die Daumen?

Röhl: Den Kasseler Huskies, damit sie auf Bundesebene möglichst bald wieder mit ihren sportlichen Erfolgen für Kassel und die Region Werbung machen können. Daneben natürlich meinem derzeitigen eigenen Verein, der Badmintonabteilung der TuS 1872 Schwanheim.

Haben Sie eine Lieblingskneipe?

Röhl: Es gibt viele und gute Lokalitäten in Wolfhagen und den Stadtteilen. Und von Kneipe kann man beim Restaurant Zum Chattenturm nicht sprechen. Aus vielerei Gründen und langer Familientradition komme ich gern dorthin, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Welche Musik hören Sie gern? Rock und Soul-Musik, insbesondere der 60iger-Jahre, sowie Musicals.

Mit wem würden Sie gern mal für einen Tag tauschen?

Röhl: Mit einem Mitarbeiter des Bauhofs, um seinen Arbeitsplatz, seinen -alltag, wenn auch nur ansatzweise, einmal selbst kennen zu lernen und besser verstehen zu können. (awe)

Quelle: HNA

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