Dr. Dirk Richhardt ist Bürgermeisterkandidat

Unterwegs auf Wahlkampftour

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Unterwegs in Caßdorf: Bürgermeisterkandidat Dr. Dirk Richhardt (rechts) auf seiner Wahlkampftour.

Die Homberger wählen am Sonntag, 25. Mai, einen neuen Bürgermeister. Fünf Kandidaten stehen zur Wahl. Derzeit absolvieren sie viele Termine, um für sich zu werben. Wir haben die Kandidaten gebeten, sie bei einem Termin ihrer Wahl begleiten zu dürfen. Dr. Dirk Richhardt war in Caßdorf unterwegs.

Seine Vorfahren sind Bäcker und Landwirte, sagt Dr. Dirk Richhardt. Eigentlich hätte er in ihre Fußstapfen treten sollen. Eigentlich. Eine knappe halbe Stunde erzählt Dr. Dirk Richhardt den sieben Menschen, die mit ihm am Tisch in der Gaststätte Sechtling in Caßdorf sitzen, von sich. Die meisten seiner Zuhörer kennt er nicht – sie ihn auch nicht. Sie wollen ihn aber kennenlernen. Dr. Richhardt ist einer der fünf Homberger Bürgermeisterkandidaten.

 „Ich will mir ein Bild von den Kandidaten machen“, sagt Reinhard Walf aus Caßdorf. Richhardt erzählt aus seinem Leben. Dazu wird Tee, Bier und alkoholfreies Hefeweizen getrunken. Dieser Wahlkampf-Abend hat etwas Gemütliches. Richhardt sagt, dass er und seine Frau sich 2011 für Homberg und gegen Berlin entschieden hätten. „Weil wir auch ein Stück weit Landpomeranzen sind“, erklärt er, und seine Frau Britta nickt ihm zu. „Stimmt“, sagt sie. Weil in Homberg die Kinderbetreuung gut geregelt sei und die Stadt ein richtiges Gymnasium habe. Das kommt bei den Zuhörern an.

Richhardt, der als unabhängiger Kandidat antritt und keiner Partei angehört, ist an diesem Abend kein Einzelkämpfer – seine Frau sein Wahlkampfteam. „Wir haben uns gegen den Rat vieler Homberger in der Stadt ein Haus gekauft“, sagt Richhardt. Er sehe in der Stadt Potenzial.

Jetzt ist Richhardt bei seinem Wahlkampfthema angelangt: Die Vermarktung der Stadt. Die müsse strategisch geplant werden. Dabei müsse man im Blick haben, was die Unternehmer wollen und was die Menschen in den Dörfern wollen. Viele Häuser und Scheunen stünden leer, sagt er. In Caßdorf sei das anders, erfährt er. Es sei dennoch ein Problem, so eine Zuhörerin.

Richhardt betont, dass man einen Stadtteilkoordinator brauche. Es gebe keine genauen Daten und Fakten über die Orte von Berge bis Hülsa. Erst mit diesen Informationen könne man die Vermarktung starten. Der „Da kommt keiner hin-Satz“ gelte nicht, sagt Richhardt. Auch in den Dörfern könnten sich Firmen ansiedeln. Positive Beispiele: der Biogeflügelhof Leuderode von Hephata und die Firma Habbishaw in Rückersfeld. Knackpunkt sei aber oft die schlechte Internetverbindung. Es gehe nicht um große Unternehmensansiedelungen, sondern darum, kleine Firmen zu stärken. „Es ist gut, dass B. Braun nicht in Homberg ist. Die zahlen in Melsungen keine Gewerbesteuer und sagen doch jeden Tag, was in der Stadt zu tun ist“, sagt Richhardt, der Geschäftsführer des Stadtmarketings Homberg ist.

Immer wieder redet auch Dr. Britta Richhardt mit. Sie ist Oberärztin in einer Bad Wildunger Reha-Klinik und gerade beim Thema ärztliche Versorgung auf dem Land redet sie mit. Ihr Mann berichtet dann von seinem Haustürwahlkampf, davon, dass ihm ältere Menschen mit Urinbeutel in der Hand die Tür öffneten. Es gebe immer mehr Menschen, die gepflegt werden müssten, im Gegenzug sei klar, dass Hausärzte aufhören.

„Meine Frau ist Ärztin, wir haben Netzwerke und Beziehungen“, sagt Richhardt. Es sei wichtig, eine Entlastung für die Hausärzte zu schaffen. So eine Planung müsse gut aufgezogen werden. In Homberg sei das missglückt, denn als ein solches Modell in Fritzlar vorgestellt wurde, sei nicht der Bürgermeister dort gewesen, sondern er in Vertretung.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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