CDU: 93 Prozent stimmen für Kandidat Näser

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Schwalmstadt. Dr. Gerald Näser geht für die CDU ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Schwalmstadt. Der promovierte Geologe wurde während des Stadtparteitags am Samstagnachmittag von 93 Prozent der anwesenden Mitglieder gewählt.

Der Bürgermeisterkandidat ging in seiner Ansprache auf zwei seiner Schwerpunktthemen ein: Bau und Finanzen. Es sei wichtig, dass beim Ausbau der JVA planerisch sauber gearbeitet werde, damit es nicht – wie beim Projekt Wieraer Grund – zu baulichen Verzögerungen komme. Bei dem Einkaufszentrum laufe die Stadt den Verfehlungen hinterher, die vor zwei, drei Jahren begangen worden seien. Bröckelnde Fassaden, alternde Bevölkerung – dem anhaltenden Verfall der Dörfer und Innenstädte müsse entgegengetreten werden.

„Wenn es so weitergeht, habe ich Sorge, dass der schleichende Niedergang unserer Stadt vorangeht“, sagte der 47-Jährige. Er wolle „Schulter an Schulter“ arbeiten, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Beim Thema Finanzen kam Näser auf den nicht ausgeglichenen Haushalt der Stadt zu sprechen. Das Arbeiten mit den eingeengten Handlungsspielräumen komme einer Sisyphusarbeit gleich, kritisierte er. Ziel der kommenden Jahre sei es, die Einnahmen der Start zu verbessern und die Ausgaben umsichtiger zu verwalten. Ein ausführliches Wahlprogramm werde er ausarbeiten und im Frühjahr vorlegen, kündigte Näser an.

Zur Person:

Gerald Näser wurde am 21. März 1964 in Frankfurt geboren. Zwei Jahre später zog die Familie in den Heimatort der Mutter, nach Treysa. Dort wuchs er mit einem Bruder und einer Schwester auf. Näsers Vater arbeitete als Postbeamter, seine Mutter war Hausfrau. 1980 trat Gerald Näser in die Junge Union ein. 1983, nach dem Abitur am Schwalmgymnasium, studierte er Geologie an den Universitäten in Marburg, Liverpool und Gießen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter forschte er über Erzvorkommen im Pazifik. Die Arbeit führte ihn auf die Oster- und die Fidschi-Inseln, nach Peru und Neuguinea. Das Thema seiner Doktorarbeit: Zur Sulfitvererzung am ostpazifischen Rücken. 1994 heiratete er Jutta, die aus Willingshausen stammt. Das Paar hat drei Kinder: Johanna (16), Philipp (9) und Antonia (4). Seit 2000 arbeitet Näser als selbstständiger Geologe in Treysa und beschäftigt in seinem Ingenieurbüro zwei Mitarbeiter. Seit 2006 sitzt er für die CDU im Stadtparlament. Parteiintern ist er stellvertretender Vorsitzender. Näser bezeichnet sich als Mann „aus einer alten Schwälmer Familie“. Aber: Schwälmer Platt kann er verstehen, nicht richtig sprechen: „Da wird immer mein hochdeutscher Akzent bemängelt.“ Dafür spricht er noch Englisch, Französisch und hat Grundkenntnisse in Russisch. (ciß)

Vorsitzender Schenk zog seine Kandidatur zurück

Auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Karsten Schenk, 35, hatte zunächst Interesse bekundet, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Dann zog er jedoch zurück. Während einer Pressekonferenz am Samstagabend nahm er Stellung zu seinem Rückzug: „Ich wollte als Kandidat nur zur Verfügung stehen, wenn eine breite Mehrheit aus CDU, FWG, Grünen und FDP hinter mir steht.“ Diese gewünschte breite Mehrheit wird einen CDU-Kandidaten jedoch nicht unterstützen – das haben parteiübergreifende Gespräche ergeben (HNA berichtete). Parteikollege Näser mache seine Kandidatur nicht von anderen Parteien abhängig, teilte Stadtverbandsvorsitzender Schenk weiter mit. Und er betonte: „Außerdem wäre es nie zu einer Kampfkandidatur gekommen.“ (ciß)

Quelle: HNA

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