27-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Chemiestudent betrieb Drogenlabor

Treysa. Weil er synthetische Drogen hergestellt und verkauft hat, musste sich ein 27-jähriger Chemiestudent aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Treysaer Amtsgericht verantworten.

Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt.

Dem Mann wurde vorgeworfen, sich von April 2008 bis Juni 2009 in 30 Fällen strafbar gemacht zu haben. In seinem eigenen Labor stellte er Amphetamin und das Halluzinogen DOB her. Die Drogen verkaufte er an Bekannte , die er über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt hatte.

Ich hab mir noch eingebildet, dass ich ihnen mit sauberem Stoff was Gutes tue.“

Der 27-Jährige sagte aus, er habe selbst nie Drogen genommen. Wie bereits bei seiner polizeilichen Vernehmung, so zeigte er sich auch vor Gericht geständig. Er gab an, mit den späteren Abnehmern über sein Chemiestudium geredet zu haben. Die offensichtlichen Drogenkonsumenten seien hellhörig geworden.

Nach anfänglichem Zögern habe er zunächst Amphetamin hergestellt und es ihnen umsonst als Probe überlassen. „Ich wollte sie damit begeistern“, sagte er. „Ich hatte mir schon vorher im Keller ein Labor eingerichtet.“ Nach der Probe hätten ihn die Abhängigen gefragt, was er dafür haben wolle. Also habe er ihnen das Amphetamin für drei Euro pro Gramm verkauft.

Erst später sei man ins Gespräch über Halluzinogene gekommen. Die Herstellung von LSD habe er aufgrund der Beschaffung der notwendigen Substanzen als zu schwer abgetan. Letztendlich stellte er das wirkungsstarke Halluzinogen DOB her und verkaufte es mehrmals zu einem Preis von 100 Euro pro drei Gramm.

„Ich habe das, was ich hergestellt habe, analytisch untersucht, um zu sehen, dass der Stoff sauber ist. Ich hab mir noch eingebildet, dass ich ihnen mit sauberem Stoff was Gutes tue“, gab der 27-Jährige zu.

Konsumenten fielen ins Koma

Die Herstellung und der Handel mit Betäubungsmitteln waren aufgefallen, weil die Abnehmer des Angeklagten die Drogen ohne dessen Wissen an andere weitergaben, die sich nicht an Dosierungsratschläge hielten. Konsumenten fielen ins Koma oder erlitten, wie in einem Fall, eine Psychose.

Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, dass er sich geständig und kooperativ gezeigt hatte. Die zum Teil vorbelasteten Abnehmer des Angeklagten wurden gesondert strafrechtlich verfolgt und bereits verurteilt.

Der 27-Jährige trägt die Kosten des Verfahrens und muss 1800 Euro an eine Drogeneinrichtung im Schwalm-Eder-Kreis zahlen. (zhk)

Quelle: HNA

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