Jubiläum beim Posaunenchor Allendorf/Michelsberg: Konzert am Freitag, Kreisposaunenfest am Sonntag

Chor gibt 100 Jahre den Ton an

Mitglieder kurz nach der Gründung: Georg Groh, Johannes Zeiß, Heinrich Rampe (vierte Reihe, von links), Justus Rohde, Martin Köhler, Heinrich Rothe, Karl Meiß, Johannes Busch (dritte Reihe), ?, Herr Kuwilsky, Pfarrer Eckhardt, Diakon Pape, Konrad Groh, Martin Wickert (zweite Reihe) sowie Paul Eckhardt, Heinrich Schultz, Karl Busch und Hans Groh (erste Reihe). Foto: Privat/nh

Allendorf/Michelsberg. Der Posaunenchor Allendorf/Michelsberg feiert am Wochenende 100-jähriges Bestehen: Damit gehört der Verein zu den ältesten im Umkreis. Das Jubiläum begehen die Musiker mit einem Konzert und einem Kreisposaunenfest.

Die Gründung 1910 geht zurück auf den so genannten Jünglingsverein – heute der christlicher Verein junger Menschen, kurz CVJM. Pfarrer Eckhardt hatte ihn 1908 ins Leben gerufen. Das gemeinsame Kirchspiel der Gemeinden Allendorf und Michelsberg bescherte dem Chor Musiker aus beiden Orten. Die Herren Pape und Kuwilsky, Mitarbeiter Hephatas, fügten den Klang der Stimmen schließlich zusammen. „Das Interesse, ein Instrument zu lernen, war damals so groß, dass es eine Warteliste gab“, erklärt Walter Heyde, selbst fast 50 Jahre aktiver Bläser. Konrad Groh aus Allendorf hielt den Taktstock nur kurz in Händen: Chorleiter sowie Bläser fielen im Ersten Weltkrieg. Fortan lenkte Georg Groh die Geschicke. Der Zweite Weltkrieg lichtete die Reihen der Musiker ein weiteres Mal. Mitte der 1950er-Jahre erlebte der Chor einen Aufschwung.

Seit 1994 leitet Andreas Göbel die Bläser, sein Vorgänger war viele Jahre Pfarrer Reinhard Pflüger. Während die Schar zu Spitzenzeiten bei 25 lag, musiziert der Chor heute mit zehn Mitgliedern im Alter von elf bis 50 Jahren. Im Mittelpunkt steht die Begleitung der Gottesdienste. Mitte der 1980er-Jahre nahm die Truppe auch an Festumzügen teil. Buchstäblich ins Wasser fiel ein Jubiläum der Feuerwehr. „Wir hatten das Märchen Hans im Glück nachgestellt und uns entsprechend bemalt“, erinnert sich Heyde. Die Farbe hielt dem starken Regen jedoch nicht stand: „Sie verflüssigte sich und rann über Bläser samt Instrumente“, erzählt Pflüger.

Längst steht nicht mehr nur geistliche Musik auf dem Probenplan. „Auch Schlager und Spirituals haben wir im Repertoire – wir versuchen, über den Tellerrand zu blicken“, sagt Göbel. Wichtig sei das Üben, erklärt Pflüger: „Der Bläser ist immer zur Hälfte selbst das Instrument.“ Oft trägt sich die Lust am Musizieren auch in den Familien weiter: „Wenn man einen im Chor hat, strahlt das auf andere aus“, hat Walter Heyde beobachtet. Mit seiner kleinen, aber feinen Truppe ist Göbel zufrieden: „Andere Aktivitäten stehen bei uns nicht so im Vordergrund – wir konzentrieren uns lieber auf die Musik.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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