Christine Schmutzler-Schaub fotografiert am Dörnberg Tiere und Pflanzen

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Findet es schön ab und an den OP-Alltag hinter sich zu lassen: Ärztin und Fotografin Christine Schmutzler-Schaub war im vergangenen Jahr über 40 Mal am Dörnberg. Foto: Pflug

Zierenberg. „Ich bin eigentlich mit dem Fotoapparat in der Hand groß geworden", sagt Christine Schmutzler-Schaub über ihre große Leidenschaft, das Fotografieren. Aber erst seit 2012 ist sie, nach der Anschaffung eines Makroobjektives, auch auf dem Dörnberg unterwegs.

„Und das, obwohl ich schon seit vielen Jahren in der Nähe wohne“, sagt die Schauenburgerin.

Über 40 Mal war die Ärztin im vergangenen Jahr auf dem Dörnberg, um dessen Artenvielfalt zu erkunden und zu dokumentieren, was zur Obsession wurde. „Irgendwann hat mich da der Ehrgeiz gepackt“, so die 47-Jährige. Inzwischen hat sie mehrere tausend Fotos von über 200 Arten gemacht.

Während die meisten Besucher im Naturschutzgebiet die wilden Orchideen fotografieren, konzentriert sich Schmutzler-Schaub auf Insekten und Spinnen. Bei einem ihrer Streifzüge gelang es ihr, eine kleine Sensation festzuhalten: den Zweibrütigen Würfeldickkopffalter. Dieser Falter galt in Hessen als ausgestorben. Zuerst habe sie gar nicht gewusst, was ihr da vor die Linse gekrabbelt ist. Aber dank des Internets und dem Experten Ernst Brockmann, der auch Autor der Hessischen Roten Liste für Tagfalter ist, könne sie mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass es sich um den seltenen Falter handelt.

Auch vom Regenbogen-Blattkäfer schoss sie eine Bilderserie, die seinesgleichen sucht, denn zum ersten Mal wurde der gesamte Fortpflanzungszyklus des Käfers fotografiert. Überraschend wenig sei über die schillernden Tiere bekannt. Etwa, warum sie häufiger im Herbst anzutreffen sind, obwohl ihre Hauptnahrungsquelle, der wilde Thymian, dann schon verblüht ist. Eklig findet Schmutzler-Schaub die Insekten dabei gar nicht, „schon als Kind auf Norderney habe ich mich immer auf die Suche nach Insekten begeben“. Aus dieser Zeit stammt auch die Leidenschaft für das Fotografieren, die ihr Vater an sie weitergegeben hat.

Der 47-Jährigen geht jedoch es nicht nur um das Entdecken, sondern auch darum, die Menschen zu sensibilisieren. Wenn sie im Gras liegt und auf den nächsten Fang lauert - und das tut sie oft - denn für dieses Hobby braucht man Geduld, kommen oft Menschen und sprechen sie an. Dann klärt sie auf, denn manchmal würden aus Unwissenheit seltene Pflanzen zerstört oder zertrampelt. „Ich möchte den Naturfreunden die vielen Raritäten des Dörnbergs näherbringen, denn man schützt nur, was man kennt“, erklärt sie im Vorwort ihres neuen Bildbandes. Das Buch zeigt nicht nur fantastische Aufnahmen, sondern gibt auch Aufschluss über die Verbreitung von Pflanzen und Insekten. „Nur im Buchhandel ist es leider noch nicht, da fehlt mir noch ein Verleger.“

Eine Auswahl können die Besucher beim Naturparkfest  am Sonntag bewundern.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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