Gegen Rassismus: Melanchthon-Schule will sich für mehr Zivilcourage einsetzen

Club mit Herz und Mut

Beziehen Stellung gegen Ausgrenzung, Mobbing und Intoleranz: Pate Sören Flimm, Matthias Schwalm, Daniel Köhler und Ralf Mergel von der Schülervertretung sowie Pate Tobias Geisel (von links) zeigen das Prädikat Gestalt eines Schildes. Foto: Rose

Steinatal. Die Melanchthon-Schule im Steinatal ist ab sofort eine Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage: Dieses Prädikat wurde dem Gymnasium am gestrigen Buß- und Bettag verliehen. Damit ist die Schule die neunte Bildungseinrichtung im Kreis, die sich der Initiative anschließt, erklärte Stephan Bürger, Projektleiter „Gewalt geht nicht!“ und Koordinator des Beratungsnetzwerkes beim Schwalm-Eder-Kreis.

Vorgestellt wurde die Initiative vor Schüler- und Lehrerschaft, die zum Bußtag in der Sporthalle zusammen gekommen waren. Maßgeblich voran getrieben hatten die Bewerbung Matthias Schwalm, Ralf Mergel und Daniel Köhler von der Schülervertretung (SV). Zentrale Aufgabe aller sei es, nachhaltig Diskriminierung zu überwinden und sich aktiv gegen Gewalt, Mobbing und Ausgrenzung zu stellen. „Das Schild ist jedoch nicht als Auszeichnung zu verstehen, sondern soll das Selbstverständnis an unserer Schule ausdrücken“, erläuterte Köhler. Die rechte Szene sei auch auf dem Land nach wie vor aktiv, verdeutlichte Matthias Schwalm: „Zu denken, unsere Schule ist von solchen Einflüssen auszunehmen, ist Irrsinn, vielleicht überheblich.“

Ehemalige Schüler als Paten

Gerade deshalb sei das Bekenntnis von Schüler- und Lehrerschaft wichtig. „Es geht darum, für Ausgrenzung und Mobbing zu sensibilisieren. Aber auch darum, im Ernstfall nicht zu feige zu sein, um einzuschreiten“, sagte Schwalm. Paten der Initiative sind die ehemaligen Schüler Sören Flimm und Tobias Geisel. Sie sollen das Projekt auch außerhalb der Schule vertreten. In ihrem selbst geschriebenen Musical „Stalag IX A“ hatten sie vor dem historischen Hintergrund Themen wie Diskriminierung und Intoleranz aufgegriffen. „Das Bewusstsein für dieses Thema wurde im Geschichtsunterricht geschaffen“, erklärte Geisel.

Anfangs Kritik

Wie bewusst sich die Melanchthon-Schüler aktuell mit der Initiative auseinander gesetzt hatten, verdeutlichte Bürger. „Die Schule hat es sich nicht leicht gemacht. Anfangs war bei den Schülern Ärger zu spüren, weil sie sich kein Konzept überstülpen lassen wollten, sondern selbst mitentwickeln wollten – jetzt gilt es, die eigenen Ideen in eine Haltung zu bringen.“ Die Melanchthon-Schule sei dabei in guter Gesellschaft. „Willkommen im Club“, rief Bürger den Organisatoren zu. „Gemeinsam mit anderen Schulen könnt ihr Projekte gestalten. Der Kreis wird euch dabei zur Seite stehen.“ Schulleiter Hartwig Otto formulierte den Auftrag: „Eine Schule mit Menschen ohne rassistische Gedanken – das ist ein großes Ziel. Morgen beginnt die Bewährungsprobe.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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