Club-Mitglieder feierten 40 Jahre MC Weidelsburg

Heiße Party der Kutten-Träger: Biker feierten auf dem Graner Berg

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Besen statt Luftgitarre: Die Besucher am Graner Berg gingen mächtig mit. An den beiden Abenden gab es für die Besucher von den Bands mächtig was auf die Ohren.

Wolfhagen. Am Wochenende feierten die Mitglieder des MC Weidelsburg am Graner Berg mit ihren Maschinen den 40. Geburtstag ihres Clubs.

Keine Frage, dass sich die Biker dazu nicht mit ein paar Bratwürsten und Musik vom Band zufrieden geben. Die Fans schwerer Motorräder drehen drei Tage lang mächtig auf, haben den Grillplatz nahe Wolfhagen mit Bühne, Getränkeständen, Bistrotischen und allem drum und dran in eine riesige Open-Air-Biker-Kneipe verwandelt, in der sich Hunderte pudelwohl fühlen.

Wer weder Kutte noch Leder trägt, fällt da zwar direkt auf, darf sich aber dennoch willkommen fühlen. So hart sie vielleicht auch aussehen mögen, sind die Rocker nämlich gar nicht und entpuppen sich schnell als völlig zahm. Das darf auch ein junger Besucher am Samstagabend erfahren, der wohlerzogen jeden mit einem freundlichen „Sie“ anspricht, der nur ein paar Jährchen älter sein könnte als er selbst. „Hör mal zu, Jungchen“, mahnt eine in schwarzes Leder gehüllte Frau, während sie ihren Arm um ihn legt und ganz unmissverständlich klar macht: „Du bist hier auf einem Motorradtreffen, deswegen hörst du mal ganz schnell auf mit dem Gesieze, hier sind nämlich alle gleich, ob Jung oder Alt, wir wollen alle zusammen einfach nur eine Hammer Party feiern.“

Das tun sie dann auch, wenn zur Kasseler Band Bettyford auch noch mit zurückhaltendem Tempo. Es ist halt ein riskantes Unterfangen, Rocker mit Charthits von Lady Gaga bis a-ha begeistern zu wollen.

Da bringt es auch nichts, dass der Pop ordentlich aufgerockt, gut geschüttelt und im ureigenen Bettystyle aus den Lautsprechern brettert. Band und Publikum nehmen es gelassen, es muss ja nicht immer passen wie beim Hauptact des Festivals, der Bremer Band Herzleid, die nicht umsonst als Deutschlands beste Rammstein-Coverband gilt.

Feuer frei: Die Rammstein -Cover-Band Herzleid bot auch eine Menge fürs Auge.

Mit drei großen Feuerfontänen, brennenden Mikrofonständern und Funken sprühenden Stiefeln von Frontmann Dennis heizen die Rocker aus dem Norden mächtig ein, und das nicht nur zum donnernden Titel „Feuer frei“. Martialische Outfits, düstere Blicke und starre Posen lassen die Musiker trotz vergleichsweise minimalistischer Mittel erstaunlich nah an ihr großes Vorbild heran kommen, vor allem musikalisch erreicht Herzleid die Wucht des Originals.

Das macht Spaß und lässt hoffen, dass die Mitglieder des MC Weidelsburg Blut geleckt haben und es künftig zu jedem Geburtstag am Graner Berg ordentlich heiß werden lassen.

Quelle: HNA

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