Männerthemen kamen auf den Tisch

Comedian Ingo Appelt ätzt im Wolfhager Kulturzelt und zieht über jeden her

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Er teilte ordentlich aus: Ingo Appelt lästerte im Kulturzelt Wolfhagen über alles und jeden und ging oft tief unter die Gürtellinie.

Wolfhagen. Wer sein Publikum vom unspektakulären Auftritt auf die Bühne bis hin zum ebenfalls unspektakulären Abgang gut zweieinhalb Stunden zum Dauerlachen bringt, der scheint sein Handwerk zu verstehen.

Klar die 400 Kulturzeltbesucher sind bei Ingo Appelt, weil sie ihn mögen, denn das ist schon Grundvoraussetzung für einen Künstler der mit seinen Gags meist tief unter die Gürtellinie geht. In seinem neuen Programm „Besser ist besser" sind es die Männer denen er Erziehungsunterricht geben will.

Somit kommen auch sämtliche Männerthemen auf den Tisch. Vom Rülpsen über Selbstbefriedigung bis hin zu seinem geliebten „F-Wort“. Männer mit 100-mal mehr Testosteron als Frauen, seien eben in der Dauerbrunft und müssen freundlich sein wenn sie das eine wollen, denn „die Frauen haben das Sagen“.

Die Kommunikation zwischen Mann und Frau sei schwierig, weil „wenn Männer sagen was sie denken, kommt nur Scheiße bei raus: Töten und F….“. Mit Vollgas redet Appelt sich durch alle Tabuthemen und macht auch vor Schwulen, Katholiken und Rentnern keinen Halt.

Auch Wolfhagen wird nicht verschont. Zum vierten Mal sei er hier am Arsch der Welt, wo die Kinder noch mit Tieren aufwachsen. „Aber ihr habt zumindest einen Flughafen der geht“„ frotzelt der in Berlin lebende Comedian. Appelt verglich Männer mit Schafen, die stets gemolken und nie ungeschoren davon kommen und erklärte dem Publikum, was früher die Avonberaterin war, sei heute die Dildofee.

Er machte Tebartz van Elst zur Shopping Queen von Limburg, will eine Schwulen-Bundeswehr und ergriff Partei für pfundige Frauen: „Die sind nicht dick, die sind mächtig und haben viel Werbefläche.“ Nett sei eben der kleine Bruder von Scheiße und beleidigen konnte Appelt schon immer alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist“.

So müssen auch seine Kollegen Mario Barth und Dieter Nuhr herhalten. Beim Imitieren darf natürlich auch Grönemeyer mit seinem „gesungenen Scrabbel, dessen Lieder auf der Toilette unter Druck entstanden sind“, nicht fehlen. Hier zeigt Appelt seine ganze Stärke und nimmt noch Udo Lindenberg und Westernhagen mit ins Boot, die dann als „Drei Engel für Angie“ auf Welttournee gehen.

Für Angela Merkel lässt er dann sogar im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen runter. Wer denkt es wäre die Schlussszene im Wolfhager Kulturzelt der irrt. Im kleinen schwarzen Slip brilliert Appelt weiter bis er dann irgendwann wieder angezogen - „auf Dauer die Plauze einziehen wird anstrengend“ - mit dem Wissen die Bühne verlässt, die Frauen waren nur hier, um die Erkenntnis zu bekommen: „Gott sei Dank ganz so bescheuert ist meiner doch nicht“.

Von Silke Keim 

Am Freitag, 26. Juni, im Kulturzelt: Laith Al-Deen mit „Was wenn alles gut geht“, 20 Uhr.

 

Quelle: HNA

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