Benjamin Kopp aus Morschen ist der erste Praktikant beim Verein Spangensteine

Computer sind sein Ding

Er ist der erste Praktikant im Burgsitz: Benjamin Kopp arbeitet noch bis Sommer beim Verein Spangensteine mit, der das soziale Leben in der Liebenbachstadt bereichert. Seitdem er da ist, kennen Heike Schmidt (links) und Daniela Dederichs keine Computerprobleme mehr. Foto:  Brandau

Spangenberg/Morschen. Wenn Sozialpädagogin Daniela Dederichs von Benjamin Kopp erzählt, gerät sie fast ins Schwärmen: Der arbeite sorgfältig und genau, sei zuverlässig und gewissenhaft. Das ist ein Superzeugnis für den 17-Jährigen, der seit einem knappen halben Jahr ein Praktikum beim Verein Spangensteine im Burgsitz absolviert. Der sitzt still daneben und freut sich übers Lob.

Das Praktikum ist für beide Seiten eine Premiere. Sowohl für den Schüler der Melsunger Radko-Stöckl-Schule als auch für den Spangenberger Verein Spangensteine ist es das erste Mal, dass sie eine Praktikantenstelle besetzen.

Für Benjamin Kopp aus Morschen ist das Jahrespraktikum fester Bestandteil seiner schulischen Ausbildung. An drei Tagen in der Wochen arbeitet er bei den Spangensteinen, an den beiden anderen Tagen besucht er die Fachoberschule für Wirtschaftsinformatik. Dort will er 2015 das Abitur ablegen.

„Benjamin hat für alle Computerprobleme immer eine Lösung.“

Bis dahin schreibt er Berichte, erarbeitet Collagen, hilft beim Verkauf im Burgsitzladen aus, versendet Mails, dokumentiert die Renovierung am Burgsitz und macht das, was er am liebsten macht: am Computer arbeiten. Und davon profitieren die Mitarbeiter im Büro der Spangensteine in jeder Hinsicht: „Benjamin hat für alle Computerprobleme eine Lösung“, sagt Daniela Dederichs.

Benjamin Kopp sei eine Bereicherung für den Verein, nicht nur am Rechner, ist sich Sozialpädagoge Martin Will sicher. Die Vereinsarbeit stecke ja noch in den Kinderschuhen: „Das Praktikum ist eben auch ein bisschen ein Feldversuch.“

Ein Feldversuch

In diesem Feldversuch lernt Benjamin Kopp auch das, was nur die wenigsten Schüler lernen: freies Arbeiten. Die Spangensteine bieten viele Ideen, Impulse und Inspirationen, aber nur wenige feste Strukturen, sagt Daniela Dederichs. Es gibt zwar viele Betätigungsfelder, aber keine in Beton gegossene Jahresplanung. Deshalb sei das Angebot des Praktikumsplatzes auch erst einmal ein Experiment und Sprung ins kalte Wasser gewesen. Das Team habe gemeinsam entschieden, Verantwortung für den Praktikanten zu übernehmen – der aber nun, quasi zur Halbzeitpause, längst selbst Teil des Teams ist.

Allerdings ist benjamin Kopp ein eher stiller Teil: Wenn andere viel und schnell reden, schaut Benjamin Kopp bedächtig in die Runde. Er steht gerne am Wasser und angelt. Oder sitzt am Rechner und programmiert Programme. Beide Hobbys haben etwas gemein: man kommt ohne viele Worte aus. In der sozialen Arbeit ist das anders.

Benjamin Kopp überlegt, ob er nach dem Abitur studieren soll. Hat er doch Geschmack an der Sozialpädagogik gefunden? „Nein“, antwortet er sehr schnell und wirkt sehr sicher. „Vielleicht Informatik, das liegt mir eher.“ Auch für solche Erkenntnisse ist sein Praktikum prima.

Quelle: HNA

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