Couchsurfer Lennart Strauß quartiert sich in Neuseeland bei Fremden ein

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Meine rote, rote Couch ist frei: Lennart Strauß machte bei seiner Reise durch Neuseeland seine ersten Erfahrungen als Couchsurfer. Jetzt bietet er in Bad Emstal Reisenden eine Übernachtungsmöglichkeit an.

Bad Emstal. Acht Monate Neuseeland. Acht Monate arbeiten und reisen. Acht Monate im Van oder im Hostel leben. Das wurde Lennart Strauß zu langweilig, als er zwischen Job und Studium von September bis Juni das Land der „Kiwis“ kennenlernte. Er klickte sich ins Internet – und wurde zum Couchsurfer.

„Ich wollte wieder eine gescheite Dusche“, sagt der 23-jährige Bad Emstaler. Strauß arbeitet zu dem Zeitpunkt auf einer Melonenfarm und lernt drei junge Deutsche kennen. Sie nehmen ihn mit auf seine erste Couchsurfing-Tour. Die gewünschte Dusche finden sie bei einem neuseeländischen Ehepaar. Er Rechtsanwalt, sie Bänkerin. „Richtige Ökos mit eigenem Garten.“

Strauß lernt sie im Internet kennen. Couchsurfer stellen dort eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit ein. Im Gegenzug bedankt sich der Gast mit einem Geschenk. „Mal kocht man, mal gibt es eine Flasche Wein“, erklärt Strauß. Für den 23-Jährigen ist es zu Beginn ungewohnt, sich wie zuhause zu fühlen und einfach den Kühlschrank zu plündern.

Der Landschaftsgärtner ist begeistert. Zwei Wochen vor der Abreise nach Deutschland verkauft er seinen Van und will noch einmal das Couchsurfing-Gefühl. Er trampt mit einer Bekannten von Auckland in Richtung Nordspitze.

In der ersten Nacht kommen sie bei einer Lehrerin und ihrer Wohngemeinschaft unter. „Es war alles sehr herzlich. Es gab sogar Kuchen“, erzählt Strauß. Doch die Reisenden müssen weiter. Im Norden machen sie ihre bewegendste Couchsurfing-Erfahrung – bei einer 75-Jährigen. „Sie hat uns bemuttert. Es gab gutes Essen. Alles schön deftig“, schwärmt Strauß. Beim Besuch ihrer 98-jährigen Mutter erleben sie die lustigsten Momente der Tour. Nach zwei Nächten verabschieden sie sich und fahren per Anhalter weiter - mit einem 30-jährigen Argentinier. „Der hatte feuriges Blut“, sagt Strauß mit einem Lachen. Die drei schließen sich zusammen, fahren zurück in Richtung Auckland. Unterwegs legen sie eine letzte Couchsurfer-Nacht ein. „Es war eine super Erfahrung. Alle waren gastfreundlich und offen“, blickt Strauß zurück.

Jetzt bietet er als Couchsurfer selbst seine Couch in Bad Emstal an. Anfragen gab es bislang keine. Strauß ist optimistisch, dass sich das bald ändert. „Spätestens bei der documenta im kommenden Jahr.“

Quelle: HNA

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