Schüler der Radko-Stöckl-Schule engagieren sich gegen Rassismus und Faschismus

Mit Courage gegen Rechts

Gemeinsam gegen rechte Tendenzen: Vorne von links Philipp Deist, Marlene Winterhalter, Jessica Jordan, Alina Kracht und Hendrik Flade. Sie engagierten sich mit anderen Schülern der Radko-Stöckl-Schule in drei Projekten für Toleranz und friedliches Miteinander. Foto: M. Berger

Melsungen. Eine bunten Gesellschaft darf man nicht Schwarz-weiß malen. Das Projekt „Zivilcourage“ an der Radko-Stöckl-Schule soll Schüler stärken gegen rechtsradikale und rassistische Tendenzen und Neonazitum.

Schülern der Fachoberschule, der Berufsfachschule und der Metallbearbeiterklasse füllten die Aktion mit Leben aus, die die Berufsschule gemeinsam dem Bund deutscher Pfadfinder Nordhessen erarbeitete. „Ziel ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für dieses Thema zu sensibilisieren“, sagte Steffi Hoffmann vom Bund deutscher Pfadfinder, die in Hessen für die antifaschistische und antirassistische Arbeit zuständig ist. „An unserer Schule dürfen wir derartiges nicht dulden“, sagte Projektkoordinatorin und Lehrerin Ulla Suck-Sartoris.

Eine von drei Arbeitsgruppen war im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, um dort die Stimmung einzufangen und in einer Fotostrecke und kurzen Texten festzuhalten. Eine andere Gruppe befasste sich auf literarische Weise mit der Thematik – sie schrieb Gedichte, Prosa und fiktive Briefe, die von Intoleranz und Fremdenhass handeln. Die dritte Gruppe erarbeitete ein Improvisations-Theater: Mutige Schüler gehen mit Courage gegen fremdenfeindliches Mobbing vor.

„Allerdings gibt es, abgesehen von kleineren Stänkereien, an unserer Schule kaum Probleme mit solchen Sachen“, sagte die 18-jährige Jaimy Martin, die in der Theatergruppe mitgemacht hatte.

Mit vielen prägenden Eindrücken kamen die Schüler vom Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald zurück. „Das war schon beeindruckend und angsteinflößend“, sagte Chris Jühne aus der Klasse der Metallbearbeiter. „Wir haben anhand der Geschichte eines Häftlings erfahren, wie die Gefangenen sich früher in dem Lager gefühlt haben müssen“, sagte der 22-Jährige. Und das sei alles andere als schön gewesen. Immerhin habe der Alltag für diese Menschen aus einer Spirale von Gewalt, Angst und Folter bestanden. „Das kann man sich heutzutage kaum richtig vorstellen“, sagte Chris.

Gedanken aufgeschrieben

Nathalie Pilger und Jessica Jordan haben ihren Gedanken zu Faschismus und Rassenhass in literarischer Form ausgedrückt. „Wir haben mit etwa 20 Schülern Gedichte und Geschichten zu diesen Themen verfasst“, sagte Jessica Jordan. „Gar nicht so leicht, etwas Brauchbares zu Papier zu bringen.“ Schließlich ist das aber doch allen gelungen. Am Donnerstag präsentierten die Teilnehmer des Projekts „Zivilcourage“ ihre Arbeiten. Außerdem las Kinderbuchautorin Margret Steenfatt aus Hamburg aus ihrem Roman „Auf immer und ewig“, in dem es um den Holocaust und die Judenverfolgung durch die Nazis geht.

Unterstützt und mitfinanziert wurde die Aktion vom Bund deutscher Pfadfinder und vom Projekt des Schwalm-Eder-Kreises „Vielfalt tut gut“. (zbg)

Quelle: HNA

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