Schon lange einsturzgefährdet

Dach an Scheune in Wolfhagen eingestürzt, nun kommt Abriss

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Ist vom Einsturz bedroht: Das alte Bauernhaus an der Kurfürstenstraße Ecke Friedensstraße soll jetzt endlich abgerissen werden. Erst vor einigen Tagen war ein weiterer Teil des Daches eingestürzt. 

Wolfhagen. Die alte Scheune an der Ecke Kurfürstenstraße/Friedensstraße in Wolfhagen soll endlich abgerissen werden - nachdem ein weiterer Teil des Daches eingestürzt ist.

Trümmer seien dabei auch auf das Nachbargrundstück gefallen, Schäden habe das aber nicht verursacht, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel.

Die Polizei hatte sich die Scheune Anfang Mai angesehen, nachdem sich Anwohner nach dem Einsturz des Daches gemeldet hatten. Das Dach ist schon lange einsturzgefährdet, die Bauaufsicht des Fachbereichs Bauen und Umwelt beim Landkreis hatte deshalb schon vor zwei Jahren einen eigenen Sicherheitszaun als Sofortmaßnahme gestellt, der kurze Zeit später durch einen Bauzaun der Gebäude-Eigentümerin ersetzt wurde. Bereits damals krachte das Dach teilweise ein.

Eigentümerin sträubte sich

Die Frau, der Haus und Scheune gehören, beauftragte daraufhin ein Ingenieurbüro und stellte schließlich einen Antrag auf Abriss der Scheune. Dieser wurde aufgrund der „akuten Einsturzgefahr auch sofort genehmigt“. Passiert ist seitdem allerdings nichts. Immer wieder, sagt Kühlborn, habe man auf „die Notwendigkeit hingewiesen, diesen genehmigten Abbruch alsbald auch durchzuführen“. Doch die Eigentümerin sträubte sich. Über ihren Anwalt hatte sie der Kreisverwaltung mitteilen lassen, dass kein akuter Handlungsbedarf bestehe, weil die öffentliche Sicherheit durch den Bauzaun gewährleistet sei.

Dass nun ein weiterer Teil eingestürzt sei, war aus Sicht des Kreises zu erwarten. „Die Eigentümerin - der die statisch überaus kritische Situation bekannt, bewusst und zudem ständig vor Augen war - ist ihren rechtlichen Verpflichtungen aus der Sicht der Bauaufsicht nicht im erforderlichen Umfang nachgekommen.“ Die Bauaufsicht habe nun erneut einen Abbruch angemahnt. Nun soll die Frau ein Unternehmen beauftragt haben, dass sich um den Abriss kümmert. Wann der Abbruch startet, ist aber unklar.

Im Interesse der Bewohnerin

Das Wohnhaus neben der Scheune sei ebenfalls in einem „problematischen Zustand“, aber nicht vom Einsturz bedroht. Ein Abriss aller Gebäude sei im Interesse der Bewohnerin, heißt es beim Kreis. Auch deshalb, weil das Grundstück „ein markanter städtischer Bauplatz“ sei, der schnell wieder bebaut werden könnte.

Das sieht auch Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) so. „Die Lage ist gut und der Wert des Grundstücks ist sicher deutliche höher als die Kosten des Abrisses.“ Schaake hatte vor längerem Kontakt zur Eigentümerin aufgenommen und auch einen Interessenten für das Grundstück vermittelt. Daraus geworden sei nichts.

„Die Scheune muss weg, das ist ein Schandfleck, sagt Schaake.“ Die Stadt wolle keinen Druck ausüben, aber so könne es nicht bleiben. Die Eigentümerin wollte sich gegenüber der HNA nicht äußern.

Quelle: HNA

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