Dächer müssen bis zum Jahresende isoliert sein

Schwalm-Eder. Hauseigentümer, die Wohnungen vermieten und ihre obere Geschossdecke bisher nicht gedämmt haben, sollten sich beeilen: Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 müssen begehbare Dachböden oder Geschossdecken bis zum 31. Dezember 2011 abgedichtet werden.

Gleiches gilt für nicht begehbare Geschossdecken: Für die gilt diese Verpflichtung aber schon seit dem 1. Februar 2002.

„Wenn das alles umgesetzt wird, kann man eine Energieeinsparung von bis zu 20 Prozent erwarten“, schätzt Manfred Balz-Fiedler von der regionalen Energieberatung mit Sitz in Kassel. Je besser die Dämmung des Daches oder der Zwischendecke zum Dachboden sei, desto mehr könne man sparen. Allerdings sind nicht alle Decken von der Dämmpflicht betroffen. Für alle massiven Deckenkonstruktionen, die ab 1969 errichtet wurden, und für Holzbalkendecken aller Baualtersklassen kann laut Haus und Grund Hessen angenommen werden, dass sie einen ausreichenden Mindestwärmeschutz bieten.

„Die Verordnung gilt auch für denkmalgeschützte Häuser. Jedoch können Ausnahmen beantragt werden“, sagt Balz-Fiedler. Auch viele Wohnungseigentümer im Landkreis müssen ihre Häuser nun noch nachrüsten. „Derzeit ist durch die Verordnung aber noch kein Auftragsanstieg zu spüren“, erklärte Dachdeckermeister Horst Wagner aus Neukirchen. Matthias Kämmer, Dachdeckermeister aus Treysa fügt hinzu: „Seit zwei Jahren machen wir viel mehr Dämmarbeiten als davor.“

Ob diese Auftragslage an der Verordnung liegt, kann Kämmer nicht sagen: „Das Energiesparen kommt mehr ins Bewusstsein der Menschen.“ Unklar bleibt, ob alle Hauseigentümer ihrer Verpflichtung nachkommen. Ein Kontrollsystem gibt es nämlich noch nicht.

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Quelle: HNA

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