Clementine versucht alles

Vom Aussterben bedrohte Bayerische Landgans brütet auf Archehof

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Erwartet Nachwuchs: Bayerische Landgans Clementine brütet auf ihrem Nest in Dagobertshausen.

Dagobertshausen. Seit 13 Tagen sitzt Clementine schon auf ihrem Nest in einer kleinen Holzhütte im Garten des Archehofs in Dagobertshausen. Clementine ist eine Bayerische Landgans - und sie ist vom Aussterben bedroht.

Sie steht auf der roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). 50 Ganter und 80 Gänse gibt es laut GEH-Schätzung noch.

"Die Vielfalt bei allen Rassen nimmt stark ab", kritisiert Helmut Riemenschneider vom Archehof. Daher würden sie mit ihrer Erhaltungszucht versuchen, alte Nutztierrassen vor dem Aussterben zu bewahren. Zuletzt ist ihnen das mit der Zucht von Leine-Gänsen gelungen. Lediglich drei brutfähige Paare gab es noch weltweit. Der Bestand der Bayerischen Landgans sei zwar gefährdet, aber nicht extrem gefährdet.

Auf dem Archehof wird mehrperspektivisch gezüchtet, das heißt, die Rinder geben Milch und werden gegessen. Viele der heute genutzten Rassen seien hoch spezialisiert und oft auch sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen und teilweise nicht mal mehr fortpflanzungsfähig.

Clementine wird nicht gegessen, sie soll für Nachwuchs sorgen. Ihr Nest ist aus Heu und Stroh zusammen gelegt. Über ihr hängt noch eine Wärmelampe. Ganze 35 Tage wird sie sich nicht mehr von ihrer Brutstätte bewegen. Nur nicht zu nah an das Nest gehen, denn das mag Clementine überhaupt nicht und ihr Ganter Gunter ist auch gleich zur Stelle und faucht böse.

Clementine lebt seit letztem Juni mit ihrem Ganter auf dem Archehof in Dagobertshausen. "Zum allerersten Mal brütet Clementine. Neun Eier habe ich gezählt", sagt Helmut Riemenschneider.

Von Christina Grenzebach und Damai D.Dewert

Quelle: HNA

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