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Rotes Kreuz bietet Erste-Hilfe-Kurse speziell für Babysitter an

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Für den Ernstfall vorbereitet: von links Meike Baumgarten und Anna Bruchhäuser lernen beim Erste-Hilfe-Kurs an einer Puppe, wie man Kinder wiederbelebt.

Homberg. Was mache ich, wenn sich ein Kind an einer Erdnuss verschluckt hat? Wie fest darf ich bei einem Baby drücken, wenn ich eine Herz-Lungen-Massage mache? Nur zwei von vielen Fragen, die bei einem speziellen Erste-Hilfe-Kurs des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Homberg beantwortet werden.

16 Teilnehmer sind an diesem Donnerstagnachmittag ins Homberger Familienzentrum gekommen. Sie sind zwischen 14 und 19 Jahre alt. Die Mädchen sind in der Überzahl, nur zwei Jungen sind dabei. „Wir machen das für die Feuerwehr“, sagt einer von ihnen. Die Mädchen sind überwiegend Babysitterinnen oder wollen es noch werden. Damit sie gut vorbereitet sind, bietet das DRK den Kurs „Fit fürs Babysitting“ an. Heute steht Erste-Hilfe auf dem Programm.

Ein Film wird gezeigt. In ihm wird erklärt was zu tun ist, wenn kleine Kinder sich an Gegenständen verschluckt haben, die Speise- oder die Luftröhre blockiert ist: Das Kind soll sich vorbeugen und kräftig husten. Dabei soll man ihm auf den Rücken klopfen. Nicht zu zaghaft. Babys hält man mit dem Bauch nach unten, leicht abschüssig, und klopft. „Kleinteile sind ein gefundenes Fressen für Kinder“, sagt Steffen Koch, als der Film zu Ende ist. Gemeinsam mit René Schlinke leitet er den Kurs.

Jetzt wird geübt. Puppen werden verteilt. Eine Babypuppe und eine etwas größere. „Wichtig ist, dass man Ruhe bewahrt“, sagt Steffen Koch. Beruhigend soll man auf das Kind einreden. „Gut so“, sagen sie also zu der Puppe. „Kräftig husten.“ Einige sind etwas zu vorsichtig, als sie der Puppe auf den Rücken klopfen. „Fester!“, fordert eines der Mädchen ihre Sitznachbarin auf.

Aber was, wenn das Kind keine Luft mehr bekommt. „Abwechselnd klopfen, Herz-Lungen-Massage und beatmen“, sagt Koch. „Aber wenn ich klopfen muss und beatmen und noch den Notruf anrufen, wie soll ich das denn alles allein schaffen“, fragt eine der Teilnehmerinnen. „Nimm dein Handy“, sagt Koch. „112 ist schnell gewählt. Dann den Lautsprecher einschalten, das Telefon neben dich legen und während des Helfens den Notruf verständigen.“

Der Kurs ist nicht nur fürs Baby-Sitten gut. Viele der Mädchen wollen selbst einmal Kinder haben, fühlen sich mit dem Wissen sicherer. „Ich will mindestens vier“, sagt die 19-jährige Anna Bruchhäuser. Drei hat sie schon. Allerdings nur zum Babysitten. Für die nächsten Abende, die sie mit den Kindern verbringen wird, fühlt sie sich gut vorbereitet.

Von Moritz Schäfer

Quelle: HNA

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