Windkraftkritiker äußern sich: Damit sich nichts dreht

Rodungen im Wald: Wie es weiter geht ist unklar, aber die Vorarbeiten für den Windpark Die Gleiche im Wald bei Immichenhain haben begonnen. Foto: Becker

Schwalmstadt. Im HNA-Redaktionsgespräch äußerten sich die Windkraftkritiker von Schöner Ausblick: Windkraftnutzung lehnen sie nicht generell ab, aber sie sollte natur- und sozialverträglich sein.

So die Meinung von Dr. Sachiko Scheuing, Gerd Ochs und Thomas Schwalm vom windkraftkritischen Verein Schöner Ausblick.

70 Mitglieder und circa 1000 Unterstützer zählen zum Verein und der Initiative Schöner Ausblick, erklärte Vorsitzende Dr. Sachiko Scheuing. Schöner Ausblick engagiert sich seit 2010 im nördlichen Vogelsberg- und seit einigen Jahren auch im südlichen Schwalm-Eder-Kreis. Konkret kritisieren sie Planungen um mögliche Windparks unter anderem in den Gebieten Die Gleiche/ Dick (Ottrau/Hattendorf) und Kohlwald (Schrecksbach) - im Grenzgebiet nicht nur von zwei Landkreisen, sondern auch von zwei Regierungsbezirken. Die möglichen Windkraftgebiete wurden von allen „schön an die Grenze geschoben“, sagte Thomas Schwalm.

Kritik 

Dabei stört sich der Verein unter anderem an einer mangelhaften oder wenig transparente Planung: „Die beiden Regierungspräsidien stimmen sich nicht miteinander ab“, kritisierte Gerd Ochs. Es gebe aktuell keine gültigen Regionalpläne, erklärte Schwalm, folglich auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Einen weiteren Aspekt, der antreibe, diese Windkraftprojekte möglichst schnell durchzuziehen, nannte Schwalm: 2016 stehe eine Novelle des Gesetzes an, das die Energiewende regelt. Fördermittel könnten dann wegfallen.

Argumente 

„Wir sind nicht kämpferisch, sondern wollen Harmonie“, unterstrich die Vereinsvorsitzende Scheuing. Nicht nur im Zusammenhang mit dem Naturschutz (zum Beispiel Vorkommen von Haselmäusen und Roter Milan) gebe es Fakten, die gegen die Windkraftanlagen sprächen. Schwalm kritisierte den zu dichten Abstand zur Wohnbebauung: 14 bis 17 Windkraftanlagen könnte es im Umkreis von Immichenhain geben. Ochs wies auf die Gefahren für das Trinkwasser insbesondere im Wasserschutzgebiet bei Hattendorf hin.

 

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Quelle: HNA

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